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Montag, 24. Januar 2022

Brustimplantate mit texturierter Oberfläche - ein Ausschlussgrund für die Aufnahme in eine Private Krankenversicherung PKV

 Eine 29-jährige Patientin hatte im Januar 2018 bei uns eine Brustvergrößerung mit Silicon-Implantaten. Die letzte Nachuntersuchung war im Januar 2019, mit einwandfreiem Ergebnis. Die Patientin ist nicht nur zufrieden, sie ist glücklich.

Jetzt will sie in eine Private Krankenkasse PKV wechseln. Sie hat die Brustvergrößerung angegeben und wird nun spezifisch befragt:

  • Wie ist das Silicon der Implantate beschaffen, flüssig oder kohäsiv?
  • Wie ist die Oberfläche der Implantate beschaffen, texturiert oder glatt?

Sie hat Glück. Ein flüssiges Gel oder eine texturierte Oberfläche wären ein Grund für die Versicherung, die Aufnahme zu verweigern. Warum? Private Krankenversicherungen arbeiten nach mathematischen Risikomodellen. Die Wahrscheinlichkeit für teure Komplikationen ist bei flüssigem Gel und texturierter Oberfäche zu hoch.

Die Medical Well Clinic setzt schon seit ihrem Start in 2002 nur Implantate mit kohäsivem Gel ein. Bereits vier Jahre vor der Pflicht für Hersteller zur Rücknahme von texturierten Oberflächen auf Brustimplantaten, also ab Mai 2016 setzen wir in der Medical Well Clinic Dresden nur Implantate mit glatten Oberflächen ein. Über diese weise Voraussicht freut sich jetzt die Patientin.

Hintergrund für die höheren Risiken ist die Gefahr des Auslaufens oder "Ausschwitzens" von flüssigem Gel durch die Implantatwand. Dann entsteht ein behandlungspflichtiges Silconom. Oder die Gefahr der Entwicklung eines BIA-ALCL, das ist ein Brustimplantat assoziiertes anaplastisches large cell lymphoma (ein bösartiges Lymphom), lässt die Versicherung zurückschrecken.

Zur Beruhigung für unsere Patienten: wir verwenden bei jeder Operation nicht nur die besten Implantate sondern auch eine Spüllösung, die bakterielle Biofilme auf Implantaten vermeiden hilft. Bakterielle Biofilme sind die Ursache für Kapselfibrosen und die Entwicklung eines (seltenen) BIA-ALCL. Weil unsere guten Erfahrungen nicht allgemein bekannt sind, haben wir uns frühzeitig nach Bekanntwerden der Verbreitung von BIA-ALCL entschieden, ausschließlich Implantate mit glatten Oberflächen einzusetzen. Wir wurden von Ahnungslosen belächelt. Heute sind nur noch glatte Implantate erlaubt. Brustvergrößerung mit Implantaten

Wo es geht, empfehlen wir implantatfreie Brustvergrößerungen mit behandeltem patienten-eigenem Fettgewebe. Das lieben Patientinnen wegen der Vermeidung des Fremdkörpers, der höheren Sicherheit und des angenehmen Körpergefühls der Brüste. Brustvergrößerung mit Eigenfett

Stay tuned

Dr. med. M. Meinking

 



Sonntag, 31. Oktober 2021

Patientinnen müssen über die Risiken von Brust-Implantaten informiert werden.

Erneute Warnung der FDA vor bedenkenloser Implantation von Silikon-Implantaten

Die oberste Aufsichtsbehörde der USA für Nahrungsmittel, Medikamente und medizinische Hilfsmittel, die FDA, ordnet erneut am 20. Okt. 2021 an: Patienten müssen vor Brustimplantat-Risiken gewarnt werden.

Ein Jahrzehnt, nachdem Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen bestimmten Implantaten und Krebs festgestellt hatten, ordnete die Behörde "Black Box"-Warnungen und eine neue Checkliste der Risiken an, welche die Patientinnen bedenken  müssen. Hersteller wurden angewiesen, die Implantate nur an Kliniken und Praxen zu verkaufen, wenn sie die potenziellen Risiken mit den Patientinnen vor der Operation besprechen. In Deutschland gilt das bisher noch nicht.

 

Die New York Times berichtet

2019 hörte ein Gremium der FDA Dutzende von Frauen an. Sie forderten die Behörde zum Handeln auf, weil viele von ihnen beeinträchtigende Symptome beschrieben, die allgemein als Brustimplantatkrankheit bezeichnet werden.

Wir beziehen uns hier auf einen Beitrag der Wissenschaftsredakteurin Roni Caryn Rabin von der New York Times, der am 27. Okt. 2021 erschien.

 

Sowohl in den Warnhinweisen als auch in einer neuen Checkliste wird darauf hingewiesen, dass Brustimplantate mit der Möglichkeit einer Krebserkrankung des Immunsystems und einer Reihe anderer chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, darunter Autoimmunerkrankungen, Gelenkschmerzen, geistige Verwirrung, Muskelschmerzen und chronische Müdigkeit.

 

Patientinnen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet

In der Checkliste werden bestimmte Gruppen von Patientinnen identifiziert, die nach einer Brustimplantat-Operation ein höheres Krankheitsrisiko haben. Zu dieser Gruppe gehören Brustkrebs-Patientinnen, die eine Chemotherapie oder Bestrahlung hinter sich haben oder planen, sich einer solchen zu unterziehen.

Das ist ein großer Prozentsatz der Frauen, denen bisher empfohlen wurde, nach der Krebs-Behandlung eine Brustrekonstruktion mit Implantaten vorzunehmen. [Diese Patientengruppe behandeln wir in der Medical Well Clinic Dresden nicht. Ausgewählte Brustimplantate bieten wir nur für ästhetisch-kosmetisch motivierte Operationen an.]

 
Die Behörde verlangt Transparenz

Die Food and Drug Administration (FDA) verlangt von den Herstellern auch zum ersten Mal die Offenlegung der für die Herstellung von Brustimplantaten verwendeten Inhaltsstoffe; Informationen, die von Patientenvertretern schon lange gefordert werden.

Es ist nicht klar, wie die neuen Anforderungen durchgesetzt werden sollen, und es ist sehr unwahrscheinlich, dass Patienten jemals einen Warnhinweis auf einem steril verpackten Implantat sehen werden, das normalerweise nur von einem Chirurgen gehandhabt wird. FDA-Beamte erklärten, dass die Patienten "die Möglichkeit haben müssen", die Checkliste zu unterschreiben.

 

Das anaplastisch großzellige Lymphom ist selten, verlangt aber Konsequenzen

Die neuen Warnhinweise der Behörde wurden bereits vor Jahren eingeführt. Vor einem Jahrzehnt stellte die FDA erstmals einen möglichen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten mit einer strukturierten Oberfläche und einer bestimmten Krebsart, dem anaplastischem großzelligem Lymphom fest. 
https://medicalwell.blogspot.com/2017/10/kapselfibrose-bia-alcl-die-hasslichen.html 
[Schon seit 2016 verwenden wir in der Medical Well Clinic Dresden vorausschauend keine Implantate mit strukturierten Oberflächen mehr. Die meisten Implantate dieses Typs wurden erst 2020 vom Markt genommen.]

 

Kann man die "Brustimplantat-Krankheit" durch Vermeiden des Biofilms verhindern? Wir glauben es.

Nachdem die Behörde im Laufe der Jahre Hunderttausende von Berichten über unerwünschte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Implantaten erhalten hatte, hörte sie Anfang 2019 Aussagen von Dutzenden von Frauen an, die von ihrem Kampf mit Krebs und einer Reihe anderer beeinträchtigender medizinischer Probleme berichteten, die sich nach einer Implantat-Operation entwickelt hatten und die oft als Brustimplantatkrankheit bezeichnet werden.

 

Sorgfältige Aufklärung und Abwägung aller Risiken gehört zu unserem Programm

Die Reaktionen auf die neuen Anforderungen fielen unterschiedlich aus. Während einige Ärzte das neue Warnsystem begrüßten, befürchteten andere, dass die potenziellen Risiken und Nebenwirkungen von den plastischen Chirurgen, die ihren Patientinnen versichern wollen, dass das Verfahren sicher ist, nicht angemessen vermittelt werden und dass die neue Checkliste abweisend gehandhabt werden könnte.

Kritiker bemängelten außerdem, dass die Checkliste übermäßig lang und in stumpfer Sprache verfasst sei. "Sie ist besser als nichts, aber sie ist nicht so gut, wie sie sein könnte", sagte Diana Zuckerman, eine Wissenschaftlerin, die das National Center for Health Research leitet und Mitglied der Arbeitsgruppe war, die die FDA zur Sicherheit von Implantaten beriet.

 

"Sie sagen Dinge wie: 'Brustimplantate werden mit Lymphomen in Verbindung gebracht', aber Lymphome werden tatsächlich durch die Implantate verursacht", sagte Dr. Zuckerman. "Die Leute verstehen es besser, wenn man sagt: 'Brustimplantate können Lymphome verursachen'".

Sie befürchtet, dass die Chirurgen sich nicht die Zeit nehmen, die Informationen mit den Patientinnen angemessen zu besprechen.

 

"Was wäre, wenn ein Chirurg sagt: 'Hier ist eine Checkliste - ich weiß, sie ist lang, es liegt also an Ihnen, ob Sie sie lesen wollen oder nicht'?" sagte Dr. Zuckerman. "Patientengruppen sind sehr besorgt, dass das passieren könnte."

 

Dr. Mark Clemens, Professor am M.D. Anderson Cancer Center in Houston, der für die American Society of Plastic Surgeons als Verbindungsmann zur FDA fungiert und den wir sehr für seine langjährigen Bemühungen um objektive, kritische Beurteilungen von Brustimplantaten schätzen, sagte jedoch, dass die Blackbox-Warnung und die Checkliste "einen großen Schritt nach vorn für die Sicherheit der Patienten und der Implantate" darstellen.

Es seien jedoch mehr qualitativ hochwertige Daten über die Langzeitergebnisse von Frauen mit Implantaten erforderlich, fügte er hinzu.

 

Die FDA gab auch Aktualisierungen zu laufenden Studien heraus, zu deren Durchführung die Implantathersteller verpflichtet sind. Vier der fünf so genannten Post-Marketing-Studien haben laut der Behörde leider nur "unzureichende Fortschritte" gemacht.

 

Ausschluss-Kriterien für Slikon-Implantate

In der Checkliste für Patientinnen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es einige medizinische Bedingungen gibt, die Frauen von der Implantation abhalten sollten. (Sie sind unter der Überschrift "Erwägungen für eine Kandidatin für eine erfolgreiche Brustimplantation" aufgeführt).

Dazu gehören neben behandeltem Brustkrebs auch aktive Infektionen, eine bestehende Krebserkrankung oder eine unbehandelte Brustkrebsvorstufe, Schwangerschaft und Stillzeit.

Frauen mit Diabetes, der die Heilung erschweren kann, und Lupus, der die Blutgerinnung beeinträchtigt, werden ebenfalls mit einem höheren Risiko für ein schlechtes Ergebnis aufgeführt. Das Gleiche gilt für Raucherinnen und ehemalige Raucherinnen.


Die Häufigkeit von Brust-Operationen mit Silikon-Implantaten in den USA

In den Vereinigten Staaten lassen sich jedes Jahr etwa 400 000 Frauen Brustimplantate einsetzen - 300 000 aus kosmetischen Gründen und 100 000 zur Rekonstruktion nach Mastektomien zur Behandlung oder Vorbeugung von Brustkrebs.

 

Die FDA betrachtet die Risiken der Operationen für die gesamten USA. Einzelne Kliniken weisen bessere Ergebnisse vor.

Die im Folgenden genannten Probleme sehen wir in der Medical Well Clinic Dresden bei weitem nicht so häufig in unserem Patientengut:

"Ein Drittel der Frauen, die sich einer Brustimplantat-Operation unterziehen, haben Schmerzen in der Brust, Empfindlichkeit oder Verlust der Empfindlichkeit in der Brust oder Asymmetrie", so die Agentur.

"Bei der Hälfte der Frauen kommt es zu einer schmerzhaften Verengung des Narbengewebes um das Implantat,1 und bei einem Drittel der Frauen reißen die Implantate oder laufen aus. Bei fast 60 Prozent ist eine erneute Operation erforderlich."2

 

"Brustimplantate gelten nicht als lebenslange Produkte", heißt es in den neuen Warnhinweisen. "Je länger sie getragen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Komplikationen kommt, von denen einige weitere Operationen erfordern."

_________________________________________

1 Das entspricht der unerwünschten Kapselfibrose. Wir bieten unseren Patientinnen bei Kapselfibrose Stadium Baker IV innerhalb von einem Jahr und bei Erst-Operation in der Medical Well Clinic Dresden eine kostenlose Sanierungsoperation - auf Wunsch - mit ausgetauschten Implantaten an. Seit 2002 haben wir erst zweimal eine Kapselfibrose bei unseren Patientinnen erlebt.

 

2 Die Re-Operationsrate in der Medical Well Clinic Dresden liegt nur bei 1-2% und nicht bei 60%.


Sanfte Brustchirurgie


Stay tuned


Dr. med. Michael Meinking


  







Sonntag, 29. Juli 2018

Rasur oder Operationen - wie wir Katastrophen vermeiden.

Update zu: Eine Klinik ohne Krankenhausinfektion.

Vorbemerkung

Kürzlich las ich von einer 41-jährigen Frau in England, die sich eine scheinbar harmlose Schnittwunde bei der Rasur des Beines zuzog und die später wegen einer nicht beherrschbaren Infektion mit vielfach resistenten Keimen in eine Sepsis verfiel und das Bein verlor. Ihr Bein musste schrittweise zweimal amputiert werden, damit sie überleben konnte. Selbst die Heilung der Wunde an ihrem nur noch wenige Zentimeter langen Oberschenkelstumpf benötigte weitere fünf Monate. 
Die bedauernswerte Frau könnte ihr Bein noch besitzen. Infizierte Operationswunden könnten der Vergangenheit angehören!

Wie fing unser Erkenntnisprozess an?

Mit einer aufmerksamen OP-Schwester begannen vor 25 Jahren meine Überlegungen zur Vermeidung von chirurgischen Infektionen. Die Mitarbeiterin hatte schon 1996 beobachtet, dass nach der Rasur ihrer Beine keine juckenden, roten Punkte auftraten, wenn sie unser biomimetisches Defensin auf die Beine auftrug. Was passiert für unser Auge unsichtbar bei der Rasur auf der Haut, wenn die Haare von der Klinge "gegen den Strich" knapp abgeschnitten werden? Dazu später.

Unser uraltes, angeborenes Abwehrsystem
Auf und in unserer Haut leben eine große Zahl von Bakterien, die vom angeborenen Immunsystem kontrolliert werden. ALLE Lebewesen beherbergen dieses archaische Abwehrsystem, auch Pflanzen, Einzeller und Bakterien. Also alle Lebensformen, die über einen genetischen Code verfügen. Dieses System ist zu unterscheiden von unserem erworbenen Immunsystem, das später während der Evolution dazu kam und erst mit der Geburt beginnt zu lernen. Es reagiert viel langsamer.
Bestimmte Zellen in der äußeren Hautschicht (Epithelschicht), aber auch andere Zellen des Körpers, produzieren kleine, kurzlebige Eiweiße (Peptide mit vorzugsweise nur 10 bis 40 Aminosäuren), welche die erste Abwehrlinie gegen Bakterien und andere Aggressoren darstellen. Wie erwähnt, alle Lebewesen verfügen über diesen Schutz der Antimikrobiellen Peptide (AMP). Man nimmt an, es gibt Milliarden verschiedene davon. Ca. 2.000 sind identifiziert. Eine Gruppe dieser Abwehrstoffe werden Defensine genannt. In der äußeren Hautschicht ist die Konzentration sinnvoll und besonders hoch. Hier können sie gegen eindringende Erreger und Substanzen agieren. Wird die oberste Hautschicht, das Epithel, bei der Rasur verletzt - das schräg stehende Haar lenkt die Klinge gegen die Haut und es wird ein kleiner "Epitheldiskus" abgeschnitten -, fehlen hier die AMP. Es entsteht dort ein juckender, roter Punkt, weil die erste Abwehrlinie fehlt und sich Bakterien unbehindert alle 20 Minuten verdoppeln können. Nach gut drei Stunden sind es demnach 1.000 Mal so viele Bakterien wie während der Rasur! Darum ist es üblich, im Falle einer geplanten Operation, die Zeit zwischen Rasur und Operation nicht über zwei Stunden dauern zu lassen. Die roten Punkte sind das sichere Zeichen einer beginnenden Entzündung, das Jucken das erste Stadium von Schmerz. Bei vielen Haaren entstehen viele rote Punkte, die oft für 2 -3 Tage ärgern. Erst dann gewinnt meistens das erworbene Immunsystem gegen die Eindringlinge. Besonders unangenehm ist das Jucken unter den Achseln und im Intimbereich. Hier sind die Bakterien eben zahlreicher. Zum Glück regeneriert das Epithel und damit das AMP-System sehr schnell und unser erworbenes Immunsystem schützt uns schließlich nach drei Tagen. Gewöhnlich passiert also nichts Ernstes. Invalidität oder Tod, wie eingangs beschrieben, sind sehr seltene Katastrophen.

Auch bei Anwendung unseres biomimetischen Defensins kommt es zur Rasur Wunde, aber nicht zur Rötung und Infektion, obwohl die erste natürlichen Abwehrfunktion gestört ist. Daraus lässt sich die Unterstützung des angeborenen Immunsystems durch unser biomimetisches Defensin direkt ableiten. Es ergänzt das Immunsystem sogar.

Das gleiche Wirkprinzip schützt bei Operationen: 
Die Operateure desinfizieren die Haut vor dem Schnitt. Das führt jedoch nie zur Keimfreiheit. Auch gibt es im gefilterten laminaren Luftstrom des OP-Saales noch Keime. Es kann zu gefährlichen Infektionen kommen, weil die AMP sich an den Grenzflächen der Operationswunde nicht ausreichend entfalten können und mit dem Ausmaß der Operationswunde überfordert sind. Es kommt in bis zu 15% aller Operationen zu Biofilmen und Infektionen. Unser biomimetisches Defensin behindert die Keimbesiedelung und Entstehung von Biofilmen in der Wunde; die Wunde bleibt infektionsfrei.

Wir machen uns das natürliche System der AMP (des angeborenen Immunsystems) zu Nutze
Ich nenne unser Mittel, mit dem wir 25 Jahre klinische Erfahrung haben und mit dem wir Infektionen vermeiden, "biomimetisches Defensin", weil es sowohl mit seinen elektro-chemischen Eigenschaften als auch in seiner biologischen Wirkung Ähnlichkeiten und Gleichheiten mit menschlichen biologischen Defensinen hat.
Unser biomimetisches Defensin
  • unterstützt unser angeborenes Immunsystem (und umgekehrt). Es wirkt am Menschen angewandt besser (in geringeren Konzentrationen) als in der Petrischale. Wir verhindern mit nur einem Drittel der Menge unseres biomimetischen Defensins Infektionen, Einem Drittel der Menge, wie sie im Laborversuch erforderlich ist. Ein Hinweis für die "Partnerschaft" [P] mit dem nativen Immunsystem. Es ist schwer zu sagen, wer wem hilft.
  • ist bei korrekter Dosierung nicht giftig für die Säugetierzelle. Es kann in der wirksamen Dosis unserem Körper kaum schädlich werden, weil unsere Zellen prinzipiell anders aufgebaut sind als Bakterien. Wenn es in unsere Zellen eindringt, wird es sofort endosomal isoliert, und von der DNA ferngehalten. Genau so reagieren Cathelicidine [P]. Bei Bakterien greift es die DNA sofort an und zerstört (verkürzt) die Chromosomen.
  • wirkt gegen fast alle Bakterien und tötet diese schnell, ohne ihnen die Chance einer Resistenzentwicklung zu lassen. Die Mechanismen sind vielfältig und "grausam". Es setzt genau wie die biologischen Defensine an der Zellmembran, an Zellorganellen und an der DNA an [P].
  • ergänzt und ersetzt die AMP dort, wo sie kaum oder nicht mehr vorhanden sein können, in nicht heilenden Wunden mit Gewebezusammenbruch [P]. Ich brachte 1996 eine Wunde (neben vielen anderen) nach 50 Jahren, eine weitere nach 42 Jahren mit unserem biomimetischen Defensin zur Heilung.
  • scheint Verbindung mit dem nativen Immunsystem aufzunehmen und darum die Regeneration von Gewebe zu fördern. Die Wundheilung nach Operationen ist um etwa 40% schneller. Die Defektheilung ist vollständiger [P]. Verschmutzte Schürfwunden können bei richtiger Verbandstechnik in 4 bis 7 Tagen reizlos überhäutet (epithelisiert) sein [P].
  • wirkt gegen mindestens 13 verschiedene Zelllinien bösartiger Tumoren (Patentschrift) [P]. AMP wirken gegen Krebs.
  • ermöglicht neue Therapien (z.B. Hautoperationen) mit kontrollierter sekundärer Heilung, die ohne biomimetisches Defensin den Patienten nicht zumutbar gefährden würden.
  • erreicht bei einer Form der Vaginitis mit einmaligem Kontakt mit der Hautoberfläche [P] Heilung, während mit einem Antibiotikum wenigstens 7 Tage Therapie erforderlich sind.
  • ist wirksam an der Hautoberfläche bei atopischer Dermatitis, wie Neurodermitis. Hier sind die Defensine (Cathelicidine) in den Epithelzellen vermindert; ein weiteres Beispiel für die Unterstützung und Ergänzung der biologischen Defensine [P].

Damit kann unser biomimetisches Defensin sehr viel von dem, was von biologischen Defensinen bisher bekannt wurde:
Wirksamkeit gegen Bakterien und Krebszellen; Kommunikation mit dem Immunsystem, Start- und Stopp-Signale für sich differenzierende Stammzellen; Immunmodulation mit Dämpfung überschießender Entzündungsreaktionen.
Ist es überzogen, hier von einer "Partnerschaft" [P] zu sprechen?

Ein Krankenhaus ohne Antibiotika: Bedeutung für einzelne Patienten und das Gesundheitssystem 
Neben der Verwendung unseres biomimetischen Defensins müssten bei einer postoperativen Infektionsrate von max. 0,2% etwa 500 Patienten mit Antibiotika prophylaktisch behandelt werden, um vielleicht eine einzige Infektion zu vermeiden (Number Needed to Treat NNT = 1:500). Das ist wegen der risikoreichen Nebenwirkungen und aus finanziellen Gründen nicht vertretbar.
Weil wir uns das körpereigene Abwehrsystem der Antimikrobiellen Peptide zu Nutze machen, benötigen wir in unserem Krankenhaus seit 2006 keinen Etat für Antibiotika. Wir wenden sie nicht an, weder prophylaktisch noch therapeutisch. Was folgt daraus?

  • Die gravierenden Nebenwirkungen von Antibiotika bleiben aus.
  • Die Wunden heilen besser (Antibiotika wirken hemmend auf die Wundheilung). 
  • Die körpereigene Flora des Patienten wird nicht gestört, sein Keimspektrum (die Mikrobiomata) nicht verzerrt. 
  • Die Resistenzlage beim Patienten wird nicht (ungünstig!) beeinflusst.
  • Es wird kein Beitrag zur weiteren katastrophalen Entwicklung multiresistenter Krankenhauskeime geleistet.
  • Die Machbarkeit wird bewiesen.
  • Es wird für das Gesundheitswesen Verantwortlichen ein Weg gezeigt, der kurzfristige Optimierungsschritte und weiterführende Untersuchungen induzieren sollte.
  • Ethik: Das seit 25 Jahren erfolgreiche Konzept zwingt zur sofortigen allgemeinen Umsetzung.

Die AMP sind ein weltweit aufgegriffenes Forschungsthema 
AMP werden seit 15 Jahren mit großem finanziellem Aufwand beforscht. Ziel ist es, wirksame Vorlagen aus der Natur nachzubauen (pattern building). Die Synthese von AMP ist schwierig, weil zu deren Herstellung genetisch programmierte Bakterien den angereicherten AMP selbst anheimfallen. Im Körper angewandt sind sie kurzlebig. Gelungen ist bisher nur die Synthese von Peptiden mit eng umschriebener Wirksamkeit. Sie sind teuer. Unser biometisches Defensin hat hingegen ein breites antibakterielles Spektrum, breiter als der bekannten Antibiotika, und es ist billig. Die Anwendung für eine größere Operation (2 - 4 Stunden) kostet ca. 5 €. Es gibt keine bakteriellen Resistenzmechanismen gegen diese Substanz, weil die Keime ihre Zellmembran elektro-chemisch verändern müssten. Dieser Resistenzmechanismus ist unbekannt. Im Übrigen ist der Zellzusammenbruch bei Bakterien (Zellwand, Organellen und DNA) zu schnell für die Entwicklung von partiellen oder kompletten Resistenzmechanismen.

Manche "Hilfsmittel" gegen Infektionen entpuppen sich als störend für die Wundheilung
Ein operatives Setting mit prinzipieller, fast "natürlicher" Infektionsfreiheit hilft die Toxizität antibakterieller Hilfsmittel zu untersuchen, weil das infektiöse "Rauschen" wegfällt und beispielsweise Wundheilungsstörungen zweifelsfrei der Toxizität des Hilfsmittels zugeordnet werden können. Beispiel: Fadenmaterial zum Hautverschluss, präpariert mit Triclosan. Wir haben in unserer infektionsfreien Operationsumgebung die zweifelsfrei schädliche Wirkung des Triclosan auf die Wundheilung bei empfindlichen Patienten feststellen können, weil Infektionen als Ursache nicht in Frage kamen. Das Fadenmaterial mit Triclosan ist bei uns längst verbannt. Auf seine antibakterielle Wirkung können wir verzichten.

Wir sind erfolgreich in der Partnerschaft mit dem archaischen, angeborenen Immunsystem
Neben der beinahe vollständigen Vermeidung von intraoperativen Infektionen bei nahezu 10.000 Operationen in Folge in über 23 Jahren (!!) können wir eine bedingte Garantie gegen Kapsel Fibrose nach Brustvergrößerungen geben. In der genannten "aktiven Partnerschaft" mit dem angeborenen Immunsystem haben wir Patienten mit chronischen Wunden und langwierigen Hauterkrankungen zur Heilung und Gesundung verholfen. Tumoren im Gesichtsbereich, deren klassische Versorgung mit Verschiebung von Hautflächen zu Entstellungen geführt hätten, konnten wir mit radikaler Entfernung der Tumore und offener Wundheilung mit spontaner Epithelbildung helfen.
Bei allen ästhetischen Prozeduren an der Haut (Needling, Dermabrasion u. a.) hat sich unser biomimetisches Defensin bewährt. Die Entfernung von unerwünschter Behaarung durch Rasur, Waxing oder Epilieren führt bei Anwendung des Mittels nie zu der gefürchteten Hautirritation. Die Haut ist nach der Rasur frei von Rötungen und Juckreiz. Sie ist seidig glatt. Sie bleibt frei von den Folgen einer Mini-Infektion.
Die Anwendung des biomimetischen Defensins erfolgt in unserer Klinik nur unter ärztlicher Verantwortung.

Bleiben Sie dran. Es kommen Nachrichten zur regenerativen Chirurgie mit neuen Therapiemöglichkeiten, die alte Verfahren ersetzen oder Krankheiten heilen, die bisher nicht operabel waren.

Dr. med. Michael Meinking

Ltd. Arzt der Medical Well Clinic Dresden


Freitag, 28. April 2017

Brustvergrößerung mit eigenem Fettgewebe

Bereits im Jahr 1896 hat der deutsche Arzt Dr. NEUBER erfolgreich eigenes Fettgewebe bei einem Patienten an eine andere Körperstelle verpflanzt, wo durch einen Unfall ein Defekt entstanden war. 1910 erschien eine fast 300-seitige Abhandlung über Eigenfett-Transfer von Dr. LEXER. In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde es still um diese Methode. Erst in den siebziger Jahren kam die Übertragung eigenen Fettgewebes in den USA wieder auf und insbesondere die Doktoren SHIFFMAN  und COLEMAN haben sich besonders verdient gemacht. 
In Deutschland ist es wohl Professor N. PALLUA, RWTH Aachen,  der die meisten wissenschaftlichen Arbeiten auf diesem Gebiet veranlasste. 

In Bezug auf den Brustaufbau mit eigenem Fettgewebe gab es bis etwa 2005 mehr Tiefen als Höhen. Erst in den letzten Jahren hat man verstanden, welche Grundbedingungen eingehalten werden müssen, damit das Fettgewebe bei der Entnahme nicht geschädigt und bei den weiteren Verarbeitungsprozessen in seiner Zusammensetzung nicht entscheidend verändert wird. So ist es wichtig, wie das abzusaugende Fettgewebe mit der Betäubungslösung vorbehandelt wird, welche Größe die Perforationen der Saugkanüle haben, welcher Unterdruck bei der Absaugung herrscht und wie schnell sich die Kanüle bewegt. Das Aspirat muss gewaschen werden, um Entzündung vermittelnde Zellen zu reduzieren und das fibröse Gewebe muss sanft, ohne Verletzung der Fettzellen aus dem Fettgewebe entfernt werden. Je nach weiterer Verwendung werden die Fettzellen mechanisch zum Platzen gebracht, damit das Öl ab zentrifugiert werden kann. Alles erfolgt unter äußerst sterilen Bedingungen, was nur im Reinraum-Labor, im laminaren, Hepa gefilterten Luftstrom möglich ist wie es in der Medical Well Clinic Dresden gegeben ist. 

Das Einbringen des Fettgewebes in die Brüste ist schwierig, weil kleinste Fetttröpfchen gleichmäßig verteilt werden müssen. Hier dient uns eine spezielle Maschine, die einerseits der feinen Verteilung des Fettgewebes dient und die Operation zum Wohl der Patientin verkürzt. Wird das Fettgewebe einfach nur injiziert, können Ölzysten entstehen, die ab einer bestimmten Größe immer zu Beschwerden führen. Die hier genannten Arbeitsschritte sind wichtige Bausteine bei dem Prozess der Fettgewebe Gewinnung, der Verarbeitung und der Anwendung. Es gibt noch weitere Faktoren, die beachtet werden müssen.

Bei der Verarbeitung des für eine Weiterverwendung gewonnenen Fettgewebes am gleichen Patienten gibt es einen Trend weg von der enzymatischen, chemischen Trennung der regenerativ wirksamen Zellen aus dem Fettgewebe (1) - hier sind erhebliche regulatorische Hürden zu überwinden - hin zu einer wenig manipulativen, rein physikalischen Aufarbeitung (2).
Bei der 1. Methode läuft man Gefahr, dass die isolierten Stammzellen ihr unkontrolliertes Eigenleben führen und zum Beispiel aus dem eigentlichen Zielbereich auswandern und sich einer weiteren Kontrolle entziehen. Außerdem hat man vermehrt Vernarbungen in der Umgebung des Einbringens festgestellt. Insofern hat der Gesetzgeber gute Argumente, hier strenge Maßstäbe anzulegen. Auch hat die Beimischung dieser chemisch gelösten Stammzellen zum normalen Fettgewebe (sogenanntes „enhanced fat“) bei der Brustvergrößerung keinen Gewinn gebracht, nur wertvolles Fettgewebe verbraucht (sinngemäß zitiert aus einer mit Preisen ausgezeichneten Studie von Frau Dr. PELTONIEMI, Universität Helsinki).
Im Gegensatz dazu bleiben bei der 2. Methode die regenerativ wirksamen Zellen (Stromal Vascular Fraction) innerhalb ihrer Nische, bestehend aus extrazellulärer Matrix mit interzellulärer Kommunikation und werden so in ihrem weiteren Verhalten kontrolliert. Das Fettgewebe wird nur mikronisiert, bleibt aber im Wesentlichen mit ca. 90 % seiner Zellen in seiner Zusammensetzung erhalten. Die Stammzellen werden nicht aus ihrer Nische vertrieben und verhalten sich entlang natürlicher Signale aus ihrer Umgebung im Zielgebiet.

In der Medical Well Clinic Dresden werden seit 2002 regelmäßig Fettgewebe-Transfers durchgeführt. Seit 2009 beschäftigen wir uns intensiv mit den sprunghaft zunehmenden biotechnologischen Grundlagen. Das führte zur Einrichtung eines Reinraum-Labors den Operationstrakt im Jahre 2012. Seit nahezu 5 Jahren (Stand Mai 2017) können wir validierte wissenschaftliche Studien in unserem Labor nachstellen und sind damit in unserer täglichen praktischen Anwendung immer auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung. Ohne selbst kostenintensive und Labor-technisch aufwendige Untersuchungen durchführen zu müssen, wissen wir aus der wissenschaftlichen Literatur doch genau, wie die zu übertragenden Gewebezellen zahlenmäßig zusammengesetzt sind. Wir können alle Faktoren beachten, die zu einer maximalen Annahme der übertragenden Gewebezellen führen. Bleibende Volumina (zB. bei Brustvergrößerungen) von etwa 70-80 % sind häufig möglich. Das bisher Beschriebene stellt den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft dar.

Ein aktuelles Forschungsthema ist die bakterienfreie Entzündungsreaktion, welche ein besseres Anwachsen der übertragenen Gewebeanteile verhindert. Hier gibt es bereits Ansätze zur Lösung des Problems.
Wir überprüfen monatlich die neueste wissenschaftliche Literatur und richten uns danach.

Mittelfristig wird bei Frauen, bei denen wenig Fettgewebe und damit wenige regenerative Zellen zur Verfügung stehen, mit der Anlage eines Unterdruckes vor und nach der Opereration ein noch besseres Volumenergebnis zu erreichen sein. Damit wird die Zahl der Frauen, die bisher ein künstliches Implantat benötigten, kleiner werden.

 Bleiben Sie in Kontakt.

Dr. med. Michael Meinking
leitender Arzt der Medical Well Clinic Dresden

Freitag, 27. August 2010

Brustvergrößerung mit Implantaten - was erwarten die Patientinnen?

Die meisten Patientinnen wünschen eine wohl geformte, zu ihrer Figur passende und darum nicht zu auffällige Brust. Sie wollen wegen einer Brustvergrößerung nur wenige Tage frei nehmen und keine unnötigen Schmerzen spüren. Sie rechnen nicht mit körperlichen Behinderungen oder bei bestimmten Armbewegungen mit eigenartigen Phänomenen an ihrer Brust. Die Operation soll so risikoarm wie möglich sein. Sie erwarten eine ungestörte Wundheilung und akzeptieren nur dezente Narben (wenn überhaupt). Sie fordern die Brustvergrößerung mit hochwertigen Silicon-Implantaten und sind erstaunt und erfreut, wenn die Operation - wie bei uns - in örtlicher Betäubung angeboten wird. Sie möchten sich einfach auf eine gekonnte und freundliche Durchführung verlassen können.

In der Medical Well Clinic Dresden haben wir eine Vorgehensweise entwickelt, mit der jeder dieser Ansprüche erfüllt werden kann. Gehen wir die Punkte der Reihe nach durch:
  • Die Untersuchung und Befragung der Patientin, sowie das probeweise Anlegen verschiedener Brustimitate lassen die passenden Implantate unkompliziert auswählen. Zum Operationszeitpunkt stehen für jede Patientin mindestens sechs Implantate für die endgültige Auswahl zur Verfügung. Die meisten von uns verwendeten Implantate haben eine Größe zwischen 240 und 320 ml. Andere Größen kommen je nach Körpermaßen der Patientin vor. Die Lage des Implantates zwischen Brustdrüse und großem Brustmuskel erlaubt dem Operateur die Freiheit der Positionierung für eine wohlgeformte und natürlich wirkende weibliche Brust. 
  • Unsere Operationsmethode ist so sanft und die Schmerzen darum so schwach, dass meistens nur einfache Schmerztabletten für ein bis zwei Tage ausreichen. 15 % unserer Patientinnen arbeiten bereits am nächsten Tag wieder, ca. 95 % arbeiten nach einer Woche. Das ist möglich, weil äußerst sanft operiert und der große Brustmuskel nicht von der Rippe und teilweise vom Brustbein abgetrennt wird, weil das Implantat nicht unter dem großem Brustmuskel zu liegen kommt. Auf dem Brustmuskel hat die Natur ein beinahe natürliches Fach vorgesehen, welches mit dem Trick der TumeszenzLokalAnästhesie (die örtliche Betäubung) zur Aufnahme des Implantates erweitert werden kann. Dabei werden keine Strukturen berührt, deren Verletzung später starke Schmerzen verursachen würden. Die moderne örtliche Betäubung bedingt auch die während der Operation ausbleibende Blutungsneigung. Und sie verhindert die sonst unmittelbar nach der OP auftretenden Schmerzen. Sie senkt das Schmerzniveau und sie macht eine Vollnarkose überflüssig. Bakterien fühlen sich im Milieu der TumeszenzLokalAnästhesie überhaupt nicht wohl.
  • Wenn das Implantat (teilweise) unter den Brustmuskel gelegt wird, ist dazu das Abtrennen des großen Brustmuskels (Musculus pectoralis major) von der Rippe und teilweise vom Brustbein erforderlich. Das verursacht immer heftige, Tage lange (manchmal Monate lange) Schmerzen, die eine Arbeitsaufnahme binnen weniger Tage unmöglich machen. Weiterhin ist dieses Vorgehen mit einem Kraftverlust und einer (meist vorübergehenden) Einschränkung der feinmotorischen Koordination beider Arme verbunden. Bei vielen derartig operierten Patientinnen kommt es zu einer Wölbung (bulging) des oberen Brustpols für wenigstens die ersten Monate nach der Operation. Erst wenn das Implantat Jahre später tiefer getreten ist und keinen Kontakt mehr zu dem Brustmuskel hat - unter den es einst gelegt wurde - sieht die Brust besser aus. Man fragt sich dann, warum die Verletzung während der Operation so groß sein musste. Wir verfügen über eine Fotoserie, mit der man diese Aussagen nachvollziehen kann. Hinzu kommt die eigenartige Doppelblasenbildung (double bubble), die auftritt, wenn sich der verbliebene, unverletzte Rest des großen Brustmuskels zusammenzieht und dabei - sich selbst verdickend - das Implantat nach unten (fußwärts) verdrängt und es hervor quillt. Der Balg, bedingt durch den auf dem Implantat liegenden Brustmuskel (Snoopy nose deformity) ist nicht attraktiv.
  • Wir verstehen, warum Patientinnen mit solchen Phänomenen und unnötigen Schmerzen nicht rechnen und legen darum routinemäßig die Implantate unter die Brustdrüse und schonend auf den großen Brustmuskel. Sehr wenige Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn noch vor einigen Jahren in Deutschland nur etwa 20 % der Operationen auf diese Weise erfolgten, sind es heute schon mehr als 50%. Der Trend gibt uns also recht.
  • Risiken der Operation können über verschiedene Maßnahmen reduziert werden. Leider werden immer noch die meisten Brustvergrößerungen in allgemeiner Narkose durchgeführt. Eine innovative örtliche Betäubung ist bei dieser Operation nach unserer Erfahrung mit vielen Vorteilen verbunden. Einige dieser Vorteile wurden weiter oben schon genannt. Patientinnen müssen für eine Brustvergrößerung die Risikowelt einer Allgemeinnarkose nicht betreten. Wir haben die Konsequenz gezogen. Bei uns gibt es die Brustvergrößerung nur auf besonderen Wunsch mit Vollnarkose. Damit wird für einige Patientinnen, die eine Narkose sehr fürchten, der Weg zur Brustvergrößerung freigemacht.
  • Zu Infektionen muss es nicht kommen. Infektionen zeigen sich nicht nur durch Fieber, Erwärmung der Brust und eiternde Wunden. Auch sogenannte Wasserblasen oder -nässende  Nähte und jede nicht sofort verschlossene Wunde sind als Infektionszeichen zu werten. Durchblutungsstörungen (Rauchen oder OP-Technik) können Infektionen begünstigen. In unserer Klinik machen spezielle Defensine intraoperative Infektionen nahezu unmöglich. Das Immunsystem wird aktiviert, bevor Bakterien in Erscheinung treten könnten. Gleichzeitig wird mit dem biomimetischen Prinzip in der Medical Well Clinic Dresden eine (durch wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesene) verbesserte Durchblutung im Wundgebiet und beschleunigte Wundheilung erreicht. Auch die Narbenbildung wird reduziert. Seit Bestehen der Klinik (Juli 2002) ist es hier noch nie zu einer postoperativen Wundinfektion gekommen. Gastärzte sind beeindruckt von den reizlosen Wunden nach allen Operationen in jedem Heilungsstadium. (siehe Link [4])
  • der typische Ablauf einer Brustvergrößerung mit Nachbehandlung in unserem Hause sieht wie folgt aus:
    > montags OP
    > dienstags Entlassung mit Tape und BH (ca.15% unserer Patientinnen arbeiten wieder ab dem 1. post-op. Tag)
    > mittwochs Drainage entfernen, Duschverband, angenehmer Spezial-Sport-BH im Wechsel für 2 Monate
    > donnerstags arbeiten schon ca. 30% unserer Patientinnen
    > freitags Verbandskontrolle (selten ein weiterer Verbandstermin notwendig)
    > montags, nach einer Woche, sind ca. 95% unserer Patientinnen wieder am Arbeitsplatz
    > montags, nach 2 Wochen,  Entfernen der Fäden sowie Übergabe einer speziellen Anti-Narbencreme
    > nach drei Monaten  Kontrolle
    > nach einem Jahr Kontrolle
Links:
[1] http://www.jameda.de/dresden/kliniken/medical-well-clinic-dresden-konzessionierte-fachklinik-fuer-plast-aesthetische-chirurgie/bewertungen/71105580000_2/ 
[2] http://www.klinikbewertungen.de/klinik-forum/erfahrung-mit-medical-well-clinic-dresden
[3] http://www.kosmetische-chirurgie-dresden.de/plastische-korrekturen/brustchirurgie
[4] http://medicalwell.blogspot.de/2012/07/eine-klinik-ohne-krankenhausinfektion.html

Stay tuned
Dr. Meinking

Donnerstag, 19. August 2010

Zwei Bauchdeckenstraffungen und ein heißer Kaffee

eine Situation widersprüchlicher Emotionen - Freude, Leid und Mitgefühl nebeneinander

Neulich besuchte mich eine Beraterin für Produkte der kosmetischen Chirurgie. Zwar konnte Sie mich nicht von ihrem Angebot überzeugen, aber wir kamen ins Gespräch über Entwicklungen der ästhetischen Chirurgie. Interessant waren ihre Informationen, “was wer wo wie” macht; auch neue Produkte waren einen Gedankenaustausch wert.

Sie erzählte von ihrer Bauchdeckenplastik und gab mir damit das Stichwort für das Verfahren von SALDANHA´s Lipoabdominoplastik, das ich seit 2005 hier in der Klinik durchführe. Ungläubig registrierte sie das Erhalten des Gefühls am Bauch und die schnelle Rückkehr zum Arbeitsplatz nach durchschnittlich einer Woche. Sie vergewisserte sich, ob es sich dabei wirklich um eine vollständige Bauchstraffung mit Versetzen des Nabels handele, was ich bejahen konnte. Warum die Patienten nur eine Nacht blieben; wer danach auf sie aufpasse; wie das Gefühl erhalten werden könne; können sie wirklich schon so früh wieder arbeiten - die Fragen überschlugen sich.

Die nächste Patientin wurde gemeldet und es ergab sich zufällig, sie kam zur Entfernung der Fäden nach einer Bauchdeckenplastik. Sie willigte dem Gespräch und der Untersuchung zu dritt ein und jetzt wird es spannend und tragisch zugleich:

Als die Beraterin den straffen, ebenen Bauch mit blasser, unauffälliger Narbe sah, - erst zwei Wochen nach der Operation - trieb es ihr die Tränen in die Augen. Später erfahren wir, was sie so rührte.

Abgelenkt von der dritten Person im Raum vergaß ich die Warnung vor dem kühlen antiseptischen Spray und unsere Patientin erschrak leicht und monierte, ich hätte doch etwas sagen können. Darauf spontan und fast ungehalten die Beraterin: sie könne glücklich sein, dass sie etwas merke. Zeitgleich - wie in Rage - zeigte sie uns die Berg- und Tallandschaft ihres Bauches mit Defekten des Unterhautfettgewebes und daneben überschüssigen Fettansammlungen. Im Unterbauch fiel eine flächige, handtellergroße Narbe auf, zusätzlich zu der schlecht verheilten, breiten Operationsnarbe.

Sie erzählte ihr ganzes Leid: Über 6 Wochen hatte sie Schmerzen nach der Operation, 3 Wochen mußte die Drainage liegen bleiben, die Op-Wunde heilte nur verzögert über Wochen. Als sie sich einige Monate nach der Operation über den Frühstückstisch beugte, fühlte sie nicht, wie sich ihr Hemd mit heißem Kaffee vollsog und auch nicht wie er dann die Haut verbrühte. Alle Gefühlsnerven waren bei der Standard-Bauchdeckenplastik durchtrennt worden (eine bekannte plastische Chirurgin hatte sie operiert, weil sie (die Beraterin) sich in der Szene der kosmetischen Chirgie glaubte auszukennen).

Sie beruhigte sich nur langsam, wir trösteten sie. Ihre Korrektur-Op bei uns ist fest gebucht. Sie gratulierte unserer Patientin zum Erfolg und sagte etwas, das mir eine leichte Schamesröte ins Gesicht trieb, weil es eigentlich Dr. SALDANHA in Brasilien gehörte.

Bei aller Tragik für die Produkt-Beraterin, eine nachhaltigere Bestätigung für ihre Entscheidung hätte unsere Patientin nicht erhalten können.

In der Medical Well Clinic Dresden wird seit 2005 ausschließlich die sanfte und sichere Methode der Bauchdeckenstraffung nach SALDANHA durchgeführt. Die Patienten bleiben nur eine Nacht stationär, die Drainage wird schon am nächsten Tag gezogen, danach kann geduscht werden. Fäden werden nach zwei Wochen entfernt (absolut schmerzlos). Arbeitsfähigkeit in der Regel nach einer Woche. Seit dem Bestehen der Klinik wurde keine postoperative Infektion oder Narbendehiszenz (Auseinanderweichen der Op-Narbe) verzeichnet. Das klinik-eigene Wundbehandlungskonzept hilft Infektionen zuverlässig verhüten und trägt zur beschleunigten Wundheilung bei (Aktivierung von Stammzellen).

Diese Aussagen beeindrucken operierende ärztliche Kollegen erfahrungsgemäß noch tiefer als Patienten vor ihrer Entscheidung zur Bauchstraffung.

Bauchdeckenstraffung in der Medical Well Clinic Dresden

http://www.lipoabdominoplastia-tecnicasaldanha.com/english/index.htm

Stay online
Dr. Meinking

Samstag, 17. April 2010

Editorial


Ich heiße Michael Meinking und bin gerne Arzt.
Nach 28 Jahren ästhetisch-kosmetischer Chirurgie und beinahe 20 Jahren ästhetischer Venenchirurgie, nachhaltigem Interesse an kritischer Arzneimitteltherapie seit den Studentenjahren und langjähriger Beschäftigung mit der Bekämpfung von Risikofaktoren für Herz- und Kreislaufkrankheiten und Adipositas (auch Thema meiner Doktorarbeit), fühle ich in mir den Wunsch, mit Anderen meine Erfahrungen und Gedanken zu diesen Themen zu teilen. Weil mein Beruf mich ausfüllt werde ich die Zeit für diesen Blog von meiner Freizeit abzweigen. Darum werde ich nur selten auf Kommentare eingehen. Ich bin unabhängig von Firmen oder anderen möglichen Geldgebern. Abhängig bin ich nur von meinem Arbeitgeber, der mir aber alle Freiheiten lässt, meine Meinung unbeeinflusst zu äußern.
Beiträge in diesem Blog werden teilweise spontan geschrieben, wenn die tägliche Routine interessante Zusammenhänge hervor spielt oder können auch Ergebnisse einer Recherchearbeit sein. Im letzteren Falle werde ich mich bemühen, wichtige Quellen zu nennen. Auch werde ich mich an Begriffsbestimmungen und Erläuterungen von Zusammenhängen versuchen.
Ich werde mich bei meinen Äußerungen bemühen, Rechte Dritter nicht zu verletzen. Vorsorglich bitte ich um Hinweise, wenn meine Äußerungen nicht von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sein sollten. In berechtigten Fällen werde ich mich umgehend korrigieren.
Obwohl ich vor der Freigabe die Texte noch einmal kontrollierend lese, können sich möglicherweise unverständliche Schreibfehler einschleichen. Ich verwende ein speech-to-text-system, welches solche Nachteile mit sich bringt, mir aber das regelmäßige Veröffentlichen erst ermöglicht.

Weil dieser Blog keine einzelnen Ausgaben enthält, sondern einen fortlaufenden Charakter haben wird, ist dieses zugleich auch das letzte Editorial. Über Labels wird man zueinander passende Informationen aus der Vergangenheit sortieren können.
Für meine Beiträge liegt das Copyright ausschließlich bei mir.
Ach ja, ich verfüge über einen Hang zu Neuentwicklungen im Bereich der Hard- und Software, sofern ich darin einen Nutzeffekt erkennen kann. Machen Sie sich also gefasst auf die Bekanntschaft mit einigen nützlichen Tools.

Stay online.
Dr. Meinking