Sonntag, 29. Juli 2018

Intimrasur und Operation - beide verletzen die Haut und Bakterien können angreifen.

Update zu: Eine Klinik ohne Krankenhausinfektion.

Vorbemerkung
Kürzlich las ich von einer 41-jährigen Frau, die sich eine scheinbar harmlose Schnittwunde bei der Rasur des Beines zuzog und die später wegen einer nicht beherrschbaren Infektion mit vielfach resistenten Keimen das Bein verlor. Ihr Bein musste amputiert werden, damit sie überleben konnte. Selbst die Heilung der Wunde an ihrem nur noch wenige cm langen Oberschenkelstumpf benötigte weitere fünf Monate. 
Die bedauernswerte Frau könnte ihr Bein noch besitzen. Infizierte Operationswunden könnten bei bestimmten Arten von Operationen der Vergangenheit angehören!
Mit einer aufmerksamen OP-Schwester fingen vor 23 Jahren meine Überlegungen zur Vermeidung von chirurgischen Infektionen bei an. Sie hatte schon 1996 beobachtet, dass nach der Rasur der Beine keine juckenden, roten Punkte auftraten, wenn sie unser biomimetisches Defensin (damals, vor mehr als 20 Jahren, nannten wir es noch nicht so) auf die Beine auftrug. Ich fragte mich, was passiert genau bei der Rasur auf der Oberfläche der Haut, wenn die Haare von der Klinge so knapp abgeschnitten werden. 

Unser uraltes, angeborenes Abwehrsystem
Auf und in unserer Haut leben eine große Zahl von Bakterien, die von unserem angeborenen, archaischen Abwehrsystem kontrolliert werden. Dieses System ist zu unterscheiden von unserem erworbenen Immunsystem, dass erst mit der Geburt beginnt zu lernen und das viel langsamer reagiert. Bestimmte Zellen in der obersten Hautschicht (Epithelschicht), aber auch andere Zellen des Körpers,  produzieren kleine, kurzlebige Eiweiße (Peptide mit vorzugsweise nur 10 bis 40 Aminosäuren), welche die erste biochemische Abwehrlinie gegen Bakterien und andere Aggressoren auf der intakten Haut darstellen. Vermutlich alle tierischen und pflanzlichen Lebewesen verfügen über diesen Schutz der Antimikrobiellen Peptide (AMP). Man nimmt an, es gibt Milliarden verschiedene davon. Ca. 2.000 sind identifiziert. Eine Gruppe dieser Abwehrstoffe werden Defensine genannt. In der äußeren Hautschicht ist die Konzentration sinnvoll besonders hoch. Hier können sie gegen eindringende Erreger und Substanzen agieren. Wird nun diese oberste Hautschicht, das Epithel, bei der Rasur verletzt - das schräg stehende Haar lenkt die Klinge gegen die Haut und es wird ein kleiner "Epitheldiskus" abgeschnitten -, fehlen hier die AMP. Es entsteht dort ein juckender, roter Punkt, weil sich Bakterien unbehindert alle 20 Minuten verdoppeln können. Länger ist deren Generationszeit nicht. Nach gut drei Stunden sind es demnach 1.000 Mal so viele Bakterien wie während der Rasur! Darum ist es üblich, die Zeit zwischen Rasur und Operation (wo unser biomimetisches Defensin nicht bekannt ist) nicht über zwei Stunden werden zu lassen. Die roten Punkte sind das sichere Zeichen einer beginnenden Entzündung, das Jucken das erste Stadium von Schmerz. Bei vielen Haaren entstehen viele rote Punkte, die oft für 2 -3 Tage ärgern; besonders unangenehm unter den Achseln und im Intimbereich. Hier sind die Bakterien eben zahlreicher. Zum Glück regeneriert das Epithel und damit das AMP-System sehr schnell und unser erworbenes Immunsystem schützt uns - verzögert - auch. Gewöhnlich passiert also nichts Ernstes, selten sind Katastrophen mit Invalidität oder vorzeitigem Tod.
Auch bei Anwendung des biomimetischen Defensins kommt es zur Rasurwunde am Epithel und damit zur Verminderung der Cathelicidine aber nicht zur Infektion: ein Erklärungsmodell für seine Unterstützung des nativen Immunsystems.

Das gleiche Wirkprinzip bei Operationen: Hier wird die Haut antiseptisch bestrichen. Das führt jedoch nie zur Keimfreiheit. Auch gibt es im gefilterten laminaren Luftstrom des OP-Saales noch Keime. Es kann zu gefährlichen Infektionen kommen, weil die AMP sich an den Grenzflächen der Operationswunde nicht ausreichend entfalten können und mit dem Ausmaß der Operationswunde überfordert sind. Es kommt in bis zu 15% aller Operationen zu Biofilmen und Infektionen. Unser biomimetisches Defensin behindert die Kontamination und Entstehung von Biofilmen in der Wunde; die Wunde bleibt infektionsfrei.

Wir machen uns das natürliche System der AMP zu Nutze
Jetzt kommen wieder Überlegungen ins Spiel, die dazu führten, das ich etwas entdeckt habe, das in der wissenschaftlichen Literatur noch nicht so gesehen und beschrieben wurde. Ich nenne unser Mittel, mit dem wir 22 Jahre klinische Erfahrung haben und mit dem wir Infektionen vermeiden konnten, darum "biomimetisches Defensin", weil es sowohl in seiner elektro-chemischen Struktur, als auch in seiner biologischen Wirkung Ähnlichkeiten und Gleichheiten mit menschlichen biologischen Defensinen hat.
Unser biomimetisches Defensin
  • Es unterstützt unser angeborenes Immunsystem (und umgekehrt). Es wirkt am Menschen      angewandt besser (in geringeren Konzentrationen) als in der Petrischale. Wir haben also mit bedeutend geringeren Mengen Erfolg, als im Laborversuch erforderlich. Ein Hinweis für die "Partnerschaft" mit dem nativen Immunsystem [P].
  • ist nicht giftig für die Säugetierzelle, die richtigen Konzentrationen vorausgesetzt. Es kann in der wirksamen Dosis unserem Körper kaum schädlich werden, weil unsere Zellen prinzipiell anders aufgebaut sind als die Zellen von Bakterien. Wenn es in unsere Zellen eindringt, wird es sofort endosomal isoliert, ähnlich wie Cathelicidine [P]. Bei Bakterien zerstört (verkürzt) es die Chromosomen.
  • Es wirkt gegen fast alle Bakterien und tötet diese schnell, ohne ihnen die Chance einer Resistenzentwicklung zu lassen. Die Mechanismen sind vielfältig und "grausam". Es setzt genau wie die biologischen Defensine an der Zellmembran, an Zellorganellen und an der DNA an [P].
  • Es ergänzt und ersetzt die AMP dort, wo sie kaum oder nicht mehr vorhanden sein können, in nicht heilenden Wunden mit Gewebezusammenbruch [P]. Ich brachte 1996 eine Wunde (neben vielen anderen) nach 50 Jahren, eine weitere nach 42 Jahren mit unserem biomimetischen Defensin zur Heilung.
  • Es scheint Verbindung mit dem nativen Immunsystem aufzunehmen und darum die Regeneration von Gewebe zu fördern. Die Wundheilung nach Operationen ist um etwa 40% schneller. Die Defektheilung ist vollständiger [P]. Verschmutzte Schürfwunden können bei richtiger Verbandstechnik in 4 bis 7 Tagen reizlos überhäutet (epithelisiert) sein [P].
  • Es wirkt gegen mindestens 13 verschiedene Zelllinien bösartiger Tumoren (Patentschrift) [P]. AMP wirken gegen Krebs.
  • Es sind neue Therapien (z.B. Hautoperationen) möglich, die ohne biomimetisches Defensin den Patienten nicht zumutbar gefährden würden.
  • Bei einigen Erkrankungen reicht ein einmaliger Kontakt mit der Körperoberfläche [P], während mit einem Antibiotikum wenigstens 7 Tage Therapie erforderlich sind (bestimmte Form einer Vaginitis).
  • Besondere Wirksamkeit an der Hautoberfläche bei atopischer Dermatitis, wie Neurodermitis. Hier sind die Defensine (Cathelicidine) in den Epithelzellen vermindert; ein gutes Beispiel für die Unterstützung und Ergänzung der biologischen Defensine [P].
Damit kann unser biomimetisches Defensin sehr viel von dem, was von biologischen Defensinen bisher bekannt wurde:
Wirksamkeit gegen Bakterien und Krebszellen; Kommunikation mit dem Immunsystem, Start- und Stopp-Signale für sich differenzierende Stammzellen; Immunmodulation mit Dämpfung überschießender Entzündungsreaktionen.
Ist es überzogen, hier von einer "Partnerschaft" [P] zu sprechen?

Ein Krankenhaus ohne Antibiotika: Bedeutung für einzelne Patienten und das Gesundheitssystem 
Neben der Verwendung unseres biomimetischen Defensins müssten bei einer postoperativen Infektionsrate von max. 0,05% etwa 2.000 Patienten mit Antibiotika prophylaktisch behandelt werden, um vielleicht eine einzige Infektion zu vermeiden (Number Needed to Treat NNT = 1:2.000!). Das ist wegen der risikoreichen Nebenwirkungen und aus finanziellen Gründen nicht vertretbar.
Weil wir uns das körpereigene Abwehrsystem der Antimikrobiellen Peptide zu Nutze machen, benötigen wir in unserem Krankenhaus seit 2006 keinen Etat für Antibiotika. Wir wenden sie nicht an, weder prophylaktisch noch therapeutisch. Was folgt daraus?

  • Die gravierenden Nebenwirkungen von Antibiotika bleiben aus.
  • Die Wunden heilen besser (Antibiotika wirken hemmend auf die Wundheilung). 
  • Die körpereigene Flora des Patienten wird nicht gestört, sein Keimspektrum (die Mikrobiomata) nicht verzerrt. 
  • Die Resistenzlage beim Patienten wird nicht (ungünstig!) beeinflusst.
  • Es wird kein Beitrag zur weiteren katastrophalen Entwicklung multiresistenter Krankenhauskeime geleistet.
  • Die Machbarkeit wird bewiesen.
  • Es wird für das Gesundheitswesen Verantwortlichen ein Weg gezeigt, der kurzfristige Optimierungsschritte und weiterführende Untersuchungen induzieren sollte.
  • Ethik: Das seit 22 Jahren erfolgreiche Konzept zwingt zur sofortigen allgemeinen Umsetzung.

Die AMP sind ein weltweit aufgegriffenes Forschungsthema geworden
AMP werden seit 15 Jahren mit großem finanziellem Aufwand beforscht. Ziel ist es, wirksame Vorlagen aus der Natur nachzubauen (pattern building). Die Synthese von AMP ist schwierig weil zu deren Herstellung genetisch programmierte Bakterien  den angereicherten AMP selbst anheim fallen. Im Körper angewandt sind sie kurzlebig. Gelungen ist bisher nur die Synthese von Peptiden mit eng umschriebener Wirksamkeit. Sie sind teuer. Unser biometisches Defensin hat hingegen ein breites antibakterielles Spektrum, breiter als der bekannten Antibiotika, und es ist billig. Die Anwendung für eine größere Operation (2 - 4 Stunden) kostet ca. 5 €. Es gibt keine bakteriellen Resistenzmechanismen gegen diese Substanz, weil die Keime ihre Zellmembran elektro-chemisch verändern müssten. Dieser Resistenzmechanismus ist unbekannt. Im Übrigen ist der Zellzusammenbruch bei Bakterien (Zellwand, Organellen und DNA) zu schnell für die Entwicklung von partiellen oder kompletten Resistenzmechanismen.

Manche "Hilfsmittel" gegen Infektionen entpuppen sich als störend für die Wundheilung
Ein operatives Setting mit prinzipieller, fast "natürlicher" Infektionsfreiheit hilft die Toxizität antibakterieller Hilfsmittel zu untersuchen, weil das infektiöse "Rauschen" wegfällt und beispielsweise Wundheilungsstörungen zweifelsfrei der Toxizität des Hilfsmittels zugeordnet werden können. Beispiel: Fadenmaterial zum Hautverschluss, präpariert mit Triclosan. Wir haben in unserer infektionsfreien Operationsumgebung die zweifelsfrei schädliche Wirkung des Triclosan auf die Wundheilung bei empfindlichen Patienten feststellen können, weil Infektionen als Ursache nicht in Frage kamen. Das Fadenmaterial mit Triclosan ist bei uns längst verbannt. Auf seine antibakterielle Wirkung können wir verzichten.

Wir sind erfolgreich in Partnerschaft mit dem archaischen, angeborenen Immunsystem
Neben der beinahe vollständigen Vermeidung von intraoperativen Infektionen bei nahezu 10.000 Operationen in Folge in über 23 Jahren (!!) haben wir in "aktiver Partnerschaft" mit dem angeborenen Immunsystem Patienten mit chronischen Wunden und langwierigen Hauterkrankungen  zur Heilung und Gesundung verholfen. Tumoren im Gesichtsbereich, deren klassische Versorgung mit Verschiebung von Hautflächen zu Entstellungen geführt hätten, konnten wir mit radikaler Entfernung der Tumore und offener Wundheilung mit spontaner Epithelbildung helfen.
Bei allen ästhetischen Prozeduren an der Haut (Needling, Dermabrasion u. a.) hat sich unser biomimetisches Defensin bewährt. Die Entfernung von unerwünschter Behaarung durch Rasur, Waxing oder Epilieren führt bei Anwendung des Mittels nie zu der gefürchteten Hautirritation. Die Haut ist nach der Rasur frei von Rötungen und Juckreiz. Sie ist seidig glatt. Sie bleibt frei von den Folgen einer Mini-Infektion.
Die Anwendung des biomimetischen Defensins erfolgt in unserer Klinik nur unter ärztlicher Verantwortung.

Bleiben Sie dran. Es kommen Nachrichten zur regenerativen Chirurgie mit neuen Therapiemöglichkeiten, die alte Verfahren ersetzen oder Krankheiten heilen, die bisher nicht operabel waren.

Dr. med. Michael Meinking

Ltd. Arzt der Medical Well Clinic Dresden


Dienstag, 24. Oktober 2017

Capsular Contracture & BIA-ALCL - Avoiding the ugly shadows of breast implants


In 1962 the first breast implants made of silicone were used in the USA for cosmetic and curative reasons (to replace the breast after cancer operations). From the outset, these operations are associated with the risk of developing capsular fibrosis (contracture) [CC]. Depending on the degree of severity, a CC forces a new activity and thus the chances increase for cosmetic or surgical failure and a lasting dissatisfaction of the patient. The subsequent costs can then be a multiple of the first operation.
However, the ugly shadows of breast implants can be avoided.

Chapters:

In 2013 biofilms were agreed upon as the cause of the Capsular Contracture (C.C.)How often are C.C.s?

Other possible causes of CC - and their avoidance

The biological meaning of CC

BIA-ALCL Breast Implant-Associated - Anaplastic Large Cell Lymphoma

The time bomb requires sustainable remediation of the patient

The necessary measures cost much money

No implant replacement during the same operation

No surgery of the breast gland tissue during an implant insert

For the time being, no implants with a rough, textured surface

The avoidance and causal treatment of the capsular contracture without the use of antibiotics

Antimicrobial Peptides

No Antibiotics, no Infections with a well proven and cheap surgeon's tool

A "guarantee promise" is possible and is already given

Recommendation to the patient

In 2013 biofilms were agreed upon as the cause of the CC
Not only breast implants but also other implants, such as artificial hip joints, pacemakers, blood vessel prostheses, and stabilizing nets (for example, hernia operations) may be affected by a contracting fibrous capsule. The common cause is the development of a biofilm around the foreign body, before the natural covering - consisting of only a few cell layers - has formed. The biofilm is a strategic survival form of bacteria, in which the germs organize in such a way that at least the internal living organisms last attacks from the outside, e.g., through our immune system or antibiotics. This biofilm invites our defense system unceasingly. T cells (cells of the lymphatic part of our immune
system) and myofibroblasts (scarring cells, which can contract) primarily try to fight bacteria and, on the other hand, isolate our bodies from the pathogenic germs by a self-decreasing encapsulation.
The coarse capsule, which is formed instead of a natural, tender coating, contracts with time, sometimes over the course of several years, and the inherent implant becomes as hard as a bulging balloon in its leather covering. At the latest, the patient insists on pain and ugly deformation of the breast on the liberating operation. The development of C.C. is not attributed to a mistake by the surgeon but is regarded as fatal. The patient must carry the consequences and the costs for further surgeries as a rule.
How often are C.C.s?
According to the data in the scientific literature, CC occurs in up to 35% of all cases, but usually between two and ten percent. The problem sometimes arises for three months, sometimes ten years after surgery. However, most cases have occurred within the first three years. Some clinics foresee their patients the C.C. as predicted. When a CC reaches stage BAKER IV, surgery must be performed. The patient decides on the operating time.

Other possible causes of CC - and their avoidance
Factors for the development of CC:
In addition to the biofilm [1]
the postoperative blood volume in the wound bed [2]
further, the traumatization (tissue injury) during surgery [3]
To [1]:
If we use a system that promotes our wound healing and supports and supplements our organism with defending agents against bacteria, viruses and fungi, a special antibacterial and active regenerative environment can be achieved during and after the operation without the use of antibiotics, thus avoiding or destroying biofilms.
The nipples harbor bacteria in the milk channels. We seal them with our defensive gel/film system before the operation. No germs can migrate into the operating area. For the same reason, no silicone implant may be used in surgical procedures that involve a surgical manipulation of the mammary gland (New Guideline of FDA).
To [2]:
With tested special kind of local anesthesia, the so-called tumescent local anesthesia, it hardly bleeds. The operation takes place almost "in the water." By gentle operation, meticulous coagulation and insertion of drainage is tried to reduce the blood quantity to a minimum. The chemical amides in the anesthetic solution also inhibit bacteria.
To 3]:
If the operation is performed in local anesthesia, it must be carried out in a highly sensitive and gentle manner. With these measures, the risk of developing a CC can be reduced to nearly zero percent.

The biological meaning of CC
4.8 million of bacteria were detected in only 1 milligram of tissue of a CC. In 2 grams of the fibrous capsule tissue, 2 billion more bacteria live as humans on our planet. It is a highly infectious material. The astounding amount of bacteria in the mass of the fibrotic capsules was published in June 2016 in a study investigating 26 patients with CC and discovered BIA-ALCL-anaplastic large-cell lymphoma associated with breast implants-a malignant tumor of the T-cell lymph system.
Bacterial Biofilm Infection Detected in Breast Implant-Associated - Anaplastic Large-Cell Lymphoma]
The formation of the CC is the natural and successful attempt to keep the mass of the bacteria from the body by limiting and concentrating the place of the occurrence, reducing it as a problem zone and isolating it. The image of the sarcophagus around the damaged reactor in Chernobyl is suggesting itself. 

BIA-ALCL Breast Implant-Associated - Anaplastic Large Cell Lymphoma
This - fortunately still - sporadic malignant T-lymphocyte tumor is connected to certain gram-negative bacteria, the so-called Ralstonia spp. in the biofilms around the implant and occurs when capsular contracture (C.C.) is present.
It is a T-cell lymphoma. If the immune system - in this case the T cells - is stimulated over an extended period, rare mutations can occur, with the formation of a malignant T-cell tumor. A similar phenomenon has been known for over 30 years in malignant B-cell lymphoma in the stomach. Here, Helicobacter bacteria are triggers. In the meantime, more than 30% of all cancers are believed to be caused by bacteria.
Almost all cases of ALCL are recorded with implants with a rough, textured surface.
U.S. Epidemiology of Breast Implant-Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma
In an in-depth coverage in the New York Times of May 14, 2017:
A Shocking Diagnosis: Breast Implants 'Gave Me Cancer'
Three hundred fifty-nine patients with BIA-ALCL* are mentioned. The newspaper refers to data from March 2017 from the FDA (Food and Drug Administration), a globally respected U.S. supervisory authority. Although there are unfortunately already deaths, the tumor is recognizable early and can then be treated well. The problem is the low level of knowledge among physicians who perform breast enlargement. Even in the U.S., where ALCL is more discussed, only 30% of the plastic surgeons discuss this topic with their patients who ask for breast enlargement. In Germany, there will be much less. The tumor leads untreated to premature death. Whoever does not produce (or hardly) C.C. has minimal prospect of ever seeing this malignant tumor in his patients. It is noteworthy that our special intraoperative measures, which support the immune defense system of the antimicrobial peptides, keep away Ralstonia spp. (and all other bacteria) from contacting the implant and destroys them during operative breast enlargement.
* [Dr. Meinking: Meanwhile over 500 BIA ALCLs have been detected worldwide. Every year, more affected patients are recognized than the year before. As of May 1, 2018]

The time bomb requires sustainable remediation of the patient
The new knowledge and the existence of a problem solution force to a new strategy in the treatment of patients with CC, with or without BIA-ALCL. They need to be recovered sustainably before the corrective cosmetic-surgical operation can be tackled with new breast enlargement.
Therefore, if patients are asking for help because of a CC, they should be given the following clear recommendations:
1. Removal of the implants and complete removal of the fibrous capsule tissue on both sides.
2. Rinsing for at least 18 hours with a biomimetic defensin, which, in addition to its antimicrobial effect, additionally supports nature and promotes, supplements and replaces body-borne bacterial defensive systems and triggers regenerative processes for improved wound healing. This is the core of our problem-solving method in the case of capsular fibrosis (C.C.).
3. During the operation, probes of bacteriological and fluid samples from the interior of the capsule are taken for the bacterial and cytological examination (immuno-marker CD 30)
4. Sending both capsules for histological examination
5. Submitting a part of the capsular masses, disintegrated in the clean room laboratory, for bacteriological examination
6. Collection of blood samples for the determination of inflammatory factors, among other things. 
7. Wait at least three months, better six months and check the inflammatory markers
8. Decision-making on new, breast-enhancing measures. These can either be own-fat transfer (best method after CC) or the insertion of implants under an antibiotic-free, the natural defense imitating regime. Both ways, i.e. silicone implants or the own-fat transfer can be carried out in local anesthesia, without general anesthesia.
This procedure leads to eradication of the germs and drastic reduction of ALCL tumor cells, if existent, from the implant pocket and the fibrosis tissue. The verification of the CC is performed, and hopefully, no tumor is detected. In the case of exposed tumor cells, the specific cytostatic or irradiation therapy must be carried out. The treatment of BIA-ALCL has a good prognosis. The microbiome (the grouping of the bacteria in the tissue of the CC itself) is also recorded. Besides, the inflammatory status is established. It can be assessed in the course of the process as a follow-up.
Thus, the optimal time for the final cosmetic surgery can be agreed upon. Everything serves the patient's safety and their ultimate satisfaction. Antibiotics can be dispensed with during even these surgical procedures.

The necessary measures cost much money
The costs for the entire procedure - recovery of the implant bag of CC and bacteria plus renewed breast enlargement - including two operations with inpatient care, all examinations in different laboratories and the pathological institute, new implants, and their insertion, are in the five-digit range. They are perhaps only partly taken over by the health insurance companies.
In the case of the desired breast enlargement with prepared own adipose tissue must be calculated individually.

No implant replacement during the same operation
Patients are not advised to undergo a direct implant replacement (in the same surgical session), even if the new implants are to be placed in a different site.
Likewise, an implant removal combined with a direct own-fat transfer is discouraged from, even if it is successfully offered. First, germ-freeness must be established. It is known that biofilms and the following tissue growths can develop during internal bacterial loading also at inner wound interfaces - they occur in the case of self-fat transfer, or the case of the implant insertion. The up-to-10-fold repetition of a CC in surgery, where implants are changed during the same operative session, is scientifically proven.

No surgery of the breast gland tissue during an implant insert
Corresponding to the statements made in the previous section, the simultaneous reduction/silicon-implant technique, which is still frequently performed, with enlargement of the breasts by implants during a single operation (reduction-mastopexy with implant insert), is to be dispensed with. This procedure to be divided into two operative steps, since bacteria from the glandular tissue (milk channels) can colonize the implant and form a biofilm.
According to more recent findings, better one uses an own-fat tissue transfer for the later enlargement.
The operative access through the areola should be avoided for the same reasons in the future, also. These indications come from an international group of recognized breast surgeons and are available in the new guidelines of the FDA.

For the time being, no implants with a rough, textured surface
The malignant tumor ALCL has almost occurred only with implants with a rough, textured surface.
Breast implant associated Anaplastic Large Cell Lymphoma in Australia and New Zealand - high surface area textured implants are associated with increased risk.
As a result, drop-shaped, so-called "anatomical" implants are inevitably omitted. Smooth-walled, drop-shaped implants could "turn" after the operation, and the "squinting" of the nipples would occur. The new findings, therefore, force the use of smooth, round implants. For the most part, they are always used in the USA. In Germany, they are still significantly below five percent of all implants used. The number increases slowly. In the Medical Well Clinic Dresden, round and smooth implants are inserted.

The avoidance and causal treatment of the capsular contracture without the use of antibiotics
We have accumulated experience with an active, non-toxic, biomimetic defensive system for over 20 years. Innate defense mechanism against bacteria, viruses, fungi, and protozoa is used and strengthened (see below: antimicrobial peptides). In more than 9,000 operations in a series, we have seen no immediate infection of the operating area. No biofilm and no CC is produced. With this knowledge, also the strategy for recovery from all pathogenetic causes and effects, that lead to capsular contracture is plausible as well as promising. A solution to the problem can be offered with the sustained remediation of the patient without the use of antibiotics.
The rehabilitation concept involves two operations. Following our concept of supporting the innate immune system, no antibiotics are used in implant and capsule removal as well as in elective corrective surgery. The pressure for developing bacterial resistance to antibiotics is thus avoided. The bacterial flora of the patient (his microbiome) remains unaffected, and the wound healing is not disturbed by the cytotoxic and general side-effects of antibiotics.

Antimicrobial Peptides
Probably since the end of the nineteenth century, and at the latest since 1922, when Alexander Fleming, six years before his discovery of the penicillin, fell a drop of snotty nose into the bacterial culture, and a few hours later he noticed an inhibiting court around the bacteria: Antimicrobial Peptides [AMP] were detected. He called the substance LYSOZYME. Of the more than 1,500 discovered antimicrobial peptides from the entire plant and animal kingdom (probably trillions thereof), more than thousand work well according to a particular principle: hydrophobic and cationic surface structures take the negatively charged bacterial membrane into their chemical forceps and crack it (polycationic peptides). The biomimetic defensin we make use of imitates these thousand. The death of the bacteria is fast, no time for developing resistance or taking steps against. Other cells, particularly mammalian cells, do not provide the AMPs with this attack surface. They do not harm man; they protect him.
The existence of antimicrobial peptides goes back to the beginnings of life more than 3 billion years ago. Like basic chemical and physical principles, they are part of the basis for the development of further life forms. Our highly developed immune system, which reacts much slower, has grown in interaction with the AMP mechanism. AMPs are found everywhere where bacterial stresses occur physiologically or pathogenically and protect, for example, the oral cavity and the intestines from infectious self-destruction. Genetic disorders of this system lead to diseases such as eczema or Morbus Chron. AMPs are always present, are the first to present and send signals to the immune system. Such signals trigger anti-infective but also regenerative actions.

No Antibiotics, no Infections with a well proven and cheap surgeon's tool
Anyone who uses this system as a surgeon can altogether dispense with antibiotics and still does not see any operations-related infections. We look back on the active support of the AMPs in any extra-fascial surgery for 21 years. Since 2006, our clinic has no longer used antibiotics.
The catastrophic situation resulting from multi-resistant microorganisms puts the AMP as a source of hope for the development of new antimicrobials in research interests.

 A "guarantee promise" is possible and is already given
The co-operation of the described antimicrobial measures means that we hardly see "own" C.C.; only one in 2002. Therefore, in the Medical Well Clinic Dresden since July 2016, the promise has been made until further notice, if a histologically confirmed capsular contracture (BAKER stage IV) occurs within three years after a breast enlargement in our clinic with implants, necessary surgical procedures including anesthesia, new implants (if desired), all examinations by other institutes, hospital care and after-treatment. The promise corresponds to a counter value in a five-digit range.
Some patient inherent risk factors must be excluded.

Recommendation to the patient
Ask your surgeon how she/he intends to avoid capsular contracture. How does she/he behave, should a CC develop? If she/he thinks that a CC cannot be prevented, or only with massive intraoperative irrigation with a solution of several antibiotics, then you know - provided you have read so far - something more.

Dresden, in August 2017
Dr. med. Michael Meinking
Head of the Medical Well Clinic Dresden

An alternate title for this essay: A clinic, free of infection, without antibiotics - how is that possible?
Links:   
Labels: AMP, Anaplastic Large Cell Lymphoma, antimicrobial peptide, BIA-ALCL, biomimetic defensin, breast augmentation, breast cancer by implants, breast implants, cancer by breast implants, capsular contracture

Montag, 2. Oktober 2017

Kapselfibrose & BIA-ALCL - Die hässlichen Schatten der Brustimplantate vermeiden

1962 wurden in den USA die ersten Brustimplantate aus Silikon aus kosmetischen und kurativen Gründen (zum Ersatz der Brust nach Krebsoperationen) eingesetzt. Von Beginn an waren diese Operationen mit dem Risiko der Ausbildung einer Kapselfibrose verbunden. Je nach Schweregrad zwingt eine Kapselfibrose zu einer erneuten Operation und damit steigen die Risiken für kosmetische oder operative Misserfolge und für eine nachhaltige Unzufriedenheit der Patientin. Die Folgekosten können dann ein Mehrfaches der ersten Operation betragen.

Im Jahre 2013 einigte man sich auf Biofilme als Ursache der Kapselfibrose
Nicht nur Brustimplantate, sondern auch andere Implantate, wie künstliche Hüftgelenke, Schrittmacher, Blutgefäßprothesen und stabilisierende Netze (zum Beispiel für Bruch-Operationen) können von einer sich zusammenziehenden fibrösen Kapsel betroffen sein. Die gemeinsame Ursache ist die Entwicklung eines Biofilms um den Fremdkörper, bevor sich die natürliche Umhüllung - bestehend aus nur wenigen Zellschichten - gebildet hat. Der Biofilm stellt eine strategische Überlebensform von Bakterien dar, in dem sich die Keime so organisieren, dass wenigstens die innen lebenden Erreger Angriffen von außen, z.B. durch unser Immunsystem oder Antibiotika - widerstehen können. Dieser Biofilm ruft unser Abwehrsystem unablässig auf den Plan. Vornehmlich T-Zellen (Zellen des lymphatischen Teiles unseres Immunsystems) und Myofibroblasten (narbenbildende Zellen, die sich zusammenziehen können) versuchen einerseits Bakterien zu bekämpfen  und andererseits unseren Körper vor den krankmachenden Keimen durch eine sich selbst verkleinernde Abkapselung abzuschotten.
Die derbe Kapsel, die sich dann anstelle einer natürlichen, zarten Umhüllung bildet, zieht sich mit der Zeit - manchmal im Laufe von Jahren - sehr stark zusammen und das innewohnende Implantat wird so hart wie eine prall aufgeblasene Fußballblase in ihrer Lederumhüllung. Spätestens dann besteht die Patientin wegen Schmerzen und hässlicher Verformung der Brust auf der befreienden Operation. Das Entstehen einer Kapselfibrose wird nicht einem Fehler des Chirurgen zugeordnet, sondern als schicksalhaft betrachtet. Die Konsequenzen und auch die Kosten für weitere Operationen muss in die Patientin der Regel selbst tragen.

Wie häufig sind Kapselfibrosen?
Entsprechend den Angaben in der wissenschaftlichen Literatur treten Kapselfibrosen in bis zu 35 % aller Fälle auf, meistens jedoch zwischen zwei und zehn Prozent. Das Problem entsteht manchmal bereits drei Monate, manchmal auch erst zehn Jahre nach der Operation. Die meisten Fälle sind jedoch innerhalb der ersten drei Jahre zu verzeichnen.  Es gibt Kliniken, die ihren Patientinnen die Kapselfibrose als schicksalsgegeben voraussagen. Wenn eine Kapselfibrose das Stadium BAKER IV erreicht, muss operiert werden. Die Patientin entscheidet über den Operationszeitpunkt.

Weitere mögliche Ursachen der Kapselfibrose - und deren Vermeidung
Neben dem Biofilm [1] 
werden auch noch die postoperative Blutmenge im Wundbett [2] 
und die Traumatisierung (Gewebsverletzung) während der Operation [3] 
als Faktoren für die Entstehung der Kapselfibrose diskutiert.

Zu [1]: 
Wenn ein System verwendet wird, das unsere Wundheilung fördert und unseren Organismus mit verteidigenden Wirkstoffen gegen Bakterien, Viren und Pilze unterstützt und ergänzt, kann man ohne Einsatz von Antibiotika ein besonderes antibakteriell und regenerativ aktives Milieu während und nach der Operation erreichen und damit Biofilme vermeiden oder im Ansatz zerstören.
Die Brustwarzen beherbergen in den Milchgängen Bakterien. Sie werden vor der Operation mit unserem defensiven Gel/Folien-System versiegelt, damit keine Keime in das Operationsgebiet wandern können. Aus dem gleichen Grunde darf bei Operationsverfahren, zu deren Ablauf eine chirurgische Veränderung der Brustdrüse gehört, kein Silicon-Implantat mehr verwendet werden (Neue Richtlinie der US-amerikanischen FDA).
Mit diesen Maßnahmen können wir das Risiko für die Entstehung einer Kapselfibrose auf nahezu null Prozent reduzieren.

Zu [2]: 
Mit der sich uns bewährten speziellen Art der örtlichen Betäubung, der sogenannten TumeszenzLokalanästhesie, blutet es kaum. Die Operation findet beinahe "im Wasser" statt. Durch sanftes Operieren, exakte Blutstillung und Einlegen einer Drainage wird versucht, die Blutmenge auf ein Minimum zu reduzieren. Die chemischen Amide in der Betäubungslösung verhalten sich auchBakterien hemmend.

Zu [3]: 
Wenn die Operation in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, muss sie zwangsläufig höchst sensibel und schonend durchgeführt werden.
Mit diesen Maßnahmen können wir das Risiko für die Entstehung einer Kapselfibrose auf nahezu null Prozent senken.


Der biologische Sinn der Kapselfibrose
In nur 1 Milligramm Gewebe einer Kapselfibrose wurden ca. 4,8 Millionen Bakterien nachgewiesen, in nur 2 Gramm Kapselgewebe wohnen also 2 Milliarden mehr Bakterien als Menschen auf unserem Planeten. Es handelt sich um ein hoch infektiöses Material. Die erstaunliche Menge von Bakterien im Gewebe der fibrotischen Kapseln wurde im Juni 2016 in einer Studie bei der Untersuchung von 26 Patientinnen mit Kapselfibrose und entdecktem BIA-ALCL - dem Brustimplantaten zugeordnetem anaplastischem großzelligem Lymphom - einem bösartigen Tumor des T-Zell-Lymphsystems, veröffentlicht.[Plastic & Reconstructive Surgery: June 2016 - Volume 137 - Issue 6 - p 1659-1669  Bacterial Biofilm Infection Detected in Breast Implant Associated - Anaplastic Large-Cell Lymphoma]

Die Bildung der Kapselfibrose ist der natürliche - und erfolgreiche - Versuch, die Masse der Bakterien vom Körper fernzuhalten, indem der Ort des Geschehens eingegrenzt und konzentriert, als Problemzone verkleinert und isoliert wird. Es drängt sich das Bild des Sarkophags um den havarierten Reaktor in Tschernobyl auf.

BIA-ALCL Breast Implant Associated - Anaplastic Large Cell Lymphoma
Dieser - zum Glück noch - sehr seltene bösartige T-Lymphzellen-Tumor wird mit bestimmten gramnegativen Bakterien, den sogenannten Ralstonia spp. in den Biofilmen um das Implantat in Verbindung gebracht und tritt dann auf, wenn Kapselfibrosen vorhanden sind.
Es handelt sich dabei um ein T-Zellen-Lymphom. Wenn über einen längeren Zeitraum das Immunsystem - hier die T-Zellen - gereizt wird, kann es zu seltenen Mutationen kommen, mit der Entstehung eines bösartigen T-Zellen-Tumors. Ein ähnliches Phänomen ist seit über 30 Jahren bei einem bösartigen B-Zellen-Lymphom am Magen bekannt. Hier sind Helicobacter-Bakterien die Auslöser. Inzwischen glaubt man, dass über 30 % aller Krebsarten auf Infektionen zurückgehen.
Nahezu alle Fälle von ALCL sind bei Implantaten mit rauer, texturierter Oberfläche zu verzeichnen.
In einem gut recherchierten Artikel in der New York Times vom 14. Mai 2017:
A Shocking Diagnosis: Breast Implants ‘Gave Me Cancer’ 
werden 359 betroffene Patientinnen* mit BIA-ALCL genannt. Dabei beruft sich die Zeitung auf Angaben vom März 2017 aus der FDA (Food and Drug Administration), einer weltweit respektierten Kontrollbehörde der USA. Obwohl bereits leider Todesfälle zu beklagen sind, ist der Tumor frühzeitig erkennbar und dann gut behandelbar. Das Problem ist der geringe Kenntnisstand bei Ärzten, die Brustvergrößerungen durchführen. Selbst in den USA, wo ALCL heftig diskutiert wird, besprechen nur 30% der plastischen Chirurgen dieses Thema mit ihren Patientinnen, die um eine Brustvergrößerung nachfragen. In Deutschland werden es noch viel weniger sein. Der Tumor führt unbehandelt zum vorzeitigen Tod. Wer keine (oder kaum) Kapselfibrosen erzeugt, hat kaum Aussicht bei seinen Patientinnen jemals diesen bösartigen Krebs zu sehen. Bemerkenswert ist, dass unsere speziellen intraoperativen Maßnahmen, die das dem Menschen innewohnende Abwehrsystem der antimikrobiellen Peptide unterstützen, Ralstonia spp. (und alle weiteren Bakterien) daran hindern, während der operativen Brustvergrößerung mit dem Implantat in Kontakt zu treten. 
* [Anmerkung Dr. M. Meinking: Es wurden weltweit bereits über 500 BIA-ALCL erkannt. In jedem Jahr werden mehr betroffene Patientinnen erkannt als im Jahr zuvor. Stand 1.Mai 2018]

Die Zeitbombe erfordert eine nachhaltige Sanierung der Patientin
Das neue Wissen und die Existenz einer Problemlösung zwingen zu einer neuen Strategie bei der Behandlung von Patientinnen mit Kapselfibrose, mit oder ohne BIA-ALCL. Sie müssen nachhaltig saniert werden, bevor die korrigierende kosmetisch-chirurgische Operation einer erneuten Brustvergrößerung in Angriff genommen werden kann.
Wenn also Patientinnen wegen einer Kapselfibrose um Hilfe nachfragen, sollten ihnen die folgenden unmissverständlichen Empfehlungen gegeben:
1.   Entfernung der Implantate und vollständige Entfernung des Kapselgewebes auf beiden Seiten.
2.   Anlegen einer Dauerspülung für mindestens 18 Std. mit einem biomimetischen Defensin, welches neben seiner eigenen antimikrobiellen Wirkung zusätzlich die Natur unterstützt und körpereigene Bakterien-defensive Systeme fördert, ergänzt und ersetzt und regenerative Vorgänge zur verbesserten Wundheilung auslöst. Das ist der Kern unserer Problemlösung bei Kapselfibrose.
3.   Während der OP Entnahme von bakteriologischen und Flüssigkeitsproben aus dem Innenraum der Kapsel für die bakteriologische und zytologische Untersuchung (Immun-Marker CD 30)
4.   Einsenden der beiden Kapseln zur histologischen Untersuchung
5.   Einsenden eines im Reinraumlabor zerkleinerten Teils der Kapseln zur bakteriologischen Untersuchung
6.   Entnahme von Blutproben zur Bestimmung von Entzündungsfaktoren, u.a. hochsensitives CRP
7.   Abwarten von wenigstens 3 Monaten, besser 6 Monaten und Überprüfung der Entzündungsmarker
8.   Entscheidungsfindung zu neuen, Brust vergrößernden Maßnahmen. Diese können entweder ein Eigenfett-Transfer (beste Methode nach Kapselfibrose) oder die Einlage von Implantaten unter einem Antibiotika-freien, die biologische Abwehr imitierenden Regime sein. Beide Methoden, also Silicon-Implantate oder der Eigenfett-Transfer können in örtlicher Betäubung unter Verzicht auf eine Narkose durchgeführt werden.

Damit kann eine Auslöschung (Eradikation) der Keime und drastische Reduktion evtl. vom ALCL-Tumor befallener Zellen aus der Implantat-Tasche und dem Fibrosegewebe erreicht werden. Es wird der Nachweis der Kapselfibrose erbracht, die Tumorfreiheit nachgewiesen. Im Falle nachgewiesener Tumorzellen kann die spezifische zytostatische oder Bestrahlungs-Therapie angeschlossen werden. Die Behandlung des BIA-ALCL hat eine gute Prognose. Das Mikrobiom (die Gruppierung der Bakterien im Gewebe der Kapselfibrose) wird auch erfasst. Außerdem wird der Entzündungsstatus festgelegt. Er kann im Verlauf beurteilt werden. So kann der optimale Zeitpunkt für die abschließende kosmetische Operation vereinbart werden. Alles dient der Sicherheit der Patientin und deren abschließender Zufriedenheit. Auch bei diesen operativen Eingriffen kann auf Antibiotika verzichtet werden.

Die erforderlichen Maßnahmen kosten viel Geld

Die Kosten für das gesamte Procedere - Sanierung der Implantattasche von Kapselfibrose und Bakterien und erneuter Brustvergrößerung - einschließlich zwei Operationen mit stationärer Betreuung, allen Untersuchungen in verschiedenen Labors und im pathologischen Institut, neuen Implantaten und deren Einbringung, liegen im fünfstelligen Bereich. Sie werden vielleicht nur zum Teil von den Krankenkassen übernommen.
Im Falle einer gewünschten Brustvergrößerung mit präpariertem eigenen Fettgewebe muss individuell kalkuliert werden.

Kein Implantat-Austausch während derselben Operation
Den Patientinnen wird von einem direkten Implantatwechsel (in derselben operativen Sitzung) abgeraten, auch dann, wenn die neuen Implantate in eine andere Loge gelegt werden sollen.
Ebenso wird von einer Implantatentfernung kombiniert mit einem direkten Eigenfett-Transfer abgeraten, auch wenn es scheinbar erfolgreich angeboten wird. Zuerst muss Keimfreiheit hergestellt werden. Es ist bekannt, dass sich Biofilme und folgende Gewebsvermehrungen bei bakterieller Belastung auch an inneren Wundgrenzflächen – sie entstehen beim Eigenfett-Transfer oder bei der Implantateinlage –  bilden können. Das bis zu zehnmal häufigere Wiederkehren einer Kapselfibrose bei Operationen, bei denen Implantate in einer operativen Sitzung gewechselt werden, ist wissenschaftlich erwiesen.


Keine Chirurgie des Brustdrüsengewebes während einer Implantateinlage

Entsprechend der im vorigen Abschnitt gemachten Aussagen entfällt damit die noch immer häufig durchgeführte gleichzeitige Reduktionsplastik mit Vergrößerung der Brüste durch Implantate während einer einzigen Operation (Reduktionsmastopexie mit Implantateinlage). Dieses Vorgehen muss in zwei operative Schritte zerlegt werden, weil sonst Bakterien aus dem Drüsengewebe das Implantat besiedeln und einen Biofilm ausbilden können.
Entsprechend neuerer Erkenntnisse nutzt man für die spätere Vergrößerung besser einen Eigenfett-Gewebstransfer.
Auch der operative Zugang durch den Brustwarzenhof soll aus gleichen Gründen zukünftig vermieden werden. Diese Hinweise kommen von einer internationalen Gruppe von anerkannten Brustchirurgen und stehen in den neuen Richtlinien der FDA.


Bis auf weiteres keine Implantate mit rauer, texturierter Oberfläche

Der bösartige Tumor ALCL ist beinahe nur im Zusammenhang mit Implantaten mit rauer, texturierter Oberfläche aufgetreten. Je rauher und damit je größer die Oberfläche, umso häufiger kommt es zur Ausbildung dieses bösartigen Lymphoms. Relativ am meisten betroffen sind Oberflächen aus Microurethan. Die neuen Erkenntnisse zwingen daher zum Einsatz glattwandiger, runder Implantate. Damit entfallen zwangsläufig tropfenförmige, sogenannte „anatomische“ Implantate weil sich glattwandige, tropfenförmige Implantate nach der Operation „drehen“ könnten und es käme zum „Schielen“ der Brustwarzen.  Die glattwandigen Implantate (smooth implants) werden in den USA von den meisten plastischen Chirurgen schon immer eingesetzt. In Deutschland sind solche zur Zeit noch deutlich unter fünf Prozent aller eingesetzten Implantate. Halbherzig wählen viele plastischen Chirurgen jetzt weniger aufgerauhte Oberflächen, anstatt die Konsequenz aus eindeutigen wissenschaftlichen Aussagen zu ziehen und alles zu tun, um ihre Patientinnen mit glatten Implantaten vor dem bösartigen BIA-ALCL zu schützen und Implantate mit den wenigsten Nischen für bakteriellen Biofilm zu wählen. Die Zahl der implantierten glattwandigen Implantate bleibt in Deutschland so niedrig, das eine große Firma sie hierzulande nicht mehr anbietet. Eine weitere Firma denkt darüber nach, sie aus dem Sortiment zu nehmen. Das Geschäft entscheidet und nicht die Sicherheit der Patientinnen! 

In der Medical Well Clinic Dresden wurden immer runde und seit 2016 glatte Implantate anerkannt guter Hersteller eingesetzt.

Die Vermeidung und kausale Behandlung der Kapselfibrose ohne Einsatz von Antibiotika


Wir haben seit mehr als 20 Jahren (seit 1996) Erfahrungen mit einem wirksamem, die Körperzellen schonenden, biomimetischem Defensiv-System gesammelt. Dabei wird eine angeborene, jedem Lebewesen eigene Abwehrlinie gegen Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen ausgenutzt und verstärkt (siehe unten: antimikrobielle Peptide). In mehr als 9.000 Operationen in Serie haben wir keine unmittelbare Infektion des Operationsgebietes gesehen. Es entsteht kein Biofilm und keine Kapselfibrose. Mit diesem Erfahrungswissen wird die Sanierung der Patientinnen von der Ursache und den Spuren der Kapselfibrose realisierbar und verständlich.

Mit der nachhaltigen Sanierung der Patientin kann eine Lösung des großen Problems der Kapselfibrose ohne Einsatz von Antibiotika angeboten werden. 

Das Sanierungskonzept umfasst zwei Operationen. Sowohl bei der Entfernung der Implantate und fibrösen Kapseln als auch bei der folgenden korrigierenden Operation werden keine Antibiotika eingesetzt. Sie sind neben dem biomimetischen Defensin nicht erforderlich. So wird der Resistenzdruck auf Bakterien vermieden. Die Bakterienflora des Patienten bleibt unbeeinträchtigt, die Wundheilung wird nicht durch die zytotoxische Wirkung von Antibiotika gestört. Das biomimetische Defensin verhindert den Biofilm.

Antimikrobielle Peptide

Vermutlich seit Ende des 19. Jahrh., spätestens aber seit 1922, als Alexander Fleming sechs Jahre vor seiner Entdeckung des Penicillins ein Tropfen aus verschnupfter Nase in die Bakterienkultur fiel und er Stunden später einen Hemmhof um die getroffene Kultur bemerkte, kennen wir die Existenz „Antimikrobieller Peptide“ [AMP]. Er nannte den Stoff LYSOZYM. Von den inzwischen über 1.500 entdeckten antimikrobiellen Peptiden aus dem gesamten Pflanzen- und Tierreich (wahrscheinlich gibt es Billionen davon)  wirken über 1.000 nach einem bestimmten Prinzip: Hydrophobe und kationische Oberflächenstrukturen nehmen die stark negativ geladene bakterielle Membran in die Zange und knacken sie auf (polykationische Peptide). Der Tod der Bakterien ist so schnell, dass keine Resistenzen entstehen können. Andere Zellen, insbesondere die Säugetierzelle bieten den AMP diese Angriffsfläche nicht. Sie schaden dem Menschen also nicht, sie schützen ihn.

Die Existenz antimikrobieller Peptide reicht zurück in die Anfänge des Entstehens von Leben vor mehr als 3 Milliarden Jahren. Sie sind wie chemische und physikalische Grundgesetze die Basis für die Entwicklung weiterer Lebensformen. Unser hochentwickeltes Immunsystem, das viel langsamer reagiert, hat sich in Wechselwirkung mit den AMP entwickelt. AMPs sind überall zu finden, wo bakterielle Belastungen physiologisch und pathogen vorkommen und schützen beispielsweise den Mundraum und den Darm vor infektiöser Destruktion. Genetische Störungen dieses Systems führen zu Krankheiten wie Ekzemen oder Morbus Chron. AMP wirken immer, sind als Erste präsent und senden Signale an das Immunsystem. Solche Signale lösen antiinfektive aber auch regenerative Aktionen aus.
Wer sich als Chirurg dieses System zu Nutze macht, kann vollständig auf Antibiotika verzichten und sieht trotzdem keine operationsbedingten Infektionen. 
Wir blicken auf eine aktive Unterstützung der AMPs bei jeder extrafaszialen Operation seit 1996 zurück. Seit 2012 verwendet unsere Klinik keine Antibiotika mehr.
Die katastrophale Situation mit der Aussicht auf immer rascher steigende Todesfälle in Folge multiresistenter Keime rückt die AMP als Hoffnungsträger für die Entwicklung neuer antimikrobieller Stoffe in den Mittelpunkt des medizinischen Forschungsinteresses.

Wir geben ein „Garantieversprechen“ 

Das Zusammenwirken der beschriebenen antimikrobiellen Maßnahmen bewirkt, dass wir kaum "eigene" Kapselfibrosen sehen; die einzige im Jahre 2002. Darum wird in der Medical Well Clinic Dresden seit Juli 2016 bis auf Weiteres das Versprechen abgegeben, bei Eintreten einer histologisch nachgewiesenen Kapselfibrose (BAKER Stadium IV) innerhalb von drei Jahren nach einer Brustvergrößerung in unserer Klinik mit Implantaten , die dann erforderliche operative Sanierungsprozedur, einschließlich erforderlichen Narkosen, neuen Implantaten (falls gewünscht), aller Untersuchungen durch fremde Institute, Klinikbetreuung und Nachbehandlung gratis durchzuführen. Das Versprechen entspricht einem Gegenwert im fünfstelligen Euro-Bereich. Es gilt für alle Erstoperationen in unserem Hause bei Brustvergrößerungen und ist an weitere Bedingungen geknüpft, die das Verhalten der Patientin nach der Operation betreffen.

Empfehlung an die Patientin

Fragen Sie Ihren Chirurgen, wie er die Kapselfibrose zu vermeiden gedenkt: 

- Versucht sie oder er nur mit intraoperativer massiver Spülung mit einer Lösung von mehreren Antibiotika die Kapselfibrose zu verhindern?
- Wie verhält er sich, sollte sich doch eine Kapselfibrose entwickeln? 
- Wechselt er nur die Implantate? 
- Legt er in gleicher Sitzung nur neue Implantate in eine andere Loge?
  
Vorausgesetzt Sie haben bis hierher gelesen, wissen Sie etwas mehr.

Dresden, im August 2017

Dr. med. Michael Meinking
Leitender Arzt der Medical Well Clinic Dresden

Freitag, 28. April 2017

Breast enlargement with own fat

As early as 1896, the German physician Dr. NEUBER successfully transplanted the patient's fatty tissue into a different body site of the same patient where a defect had been caused by an accident. In 1910, an almost 300-page paper on fat transfer from Dr. LEXER appeared. In the time between the world wars, it became quiet around this method. It was not until the seventies that the transfer of own adipose tissue was resumed in the USA, and especially the doctors SHIFFMAN and COLEMAN have made a particular contribution.
In Germany it is probably Professor PALLUA, from the RWTH Aachen, who initiated the most scientific work in this field.

With regard to the breast augmentation with its own adipose tissue, there were up to about 2005 more depths than heights. Only in the last few years has it been understood which basic conditions have to be considered so that the fatty tissue is not damaged during the removal and the composition of the other components is not significantly changed. It is therefore important how  the adipose tissue which is to be sucked is pre-treated by the anesthetic solution, the size of the perforations of the suction cannula, the vacuum which prevails during suction, and how fast the cannula moves. The aspirate must be washed to reduce inflammation-mediating cells and the fibrous tissue must be gently removed from the adipose tissue without injury to the adipocytes. Depending on the further use, the fat cells are mechanically ruptured so that the oil can be centrifuged off. Everything is done under extremely sterile conditions, which is only possible in the clean room laboratory with laminar, Hepa filtered airflow, existent in the Medical Well Clinic Dresden.

The transfer of the adipose tissue into the breasts is difficult because small fat droplets have to be evenly distributed. Here a special machine is used which, on the one hand, serves the fine distribution of adipose tissue and, on the other, shortens surgery for the benefit of the patient. If the fatty tissue is  only simply injected, oil cysts can develop, which always lead to discomfort from a certain size. These are important work steps in the process of fat tissue production, processing and application. There are other factors that need to be considered, still.

In the processing of the adipose tissue obtained for further use in the same patient, there is a trend away from the (1) enzymatic, chemical separation of the regeneratively active cells from the adipose tissue (here, considerable regulatory hurdles have to be overcome) to (2) little manipulative, purely physical processing.
In the 1st method one runs the risk that the isolated stem cells lead their uncontrolled self-life and for example emigrate from the actual target area and withdraw themselves from further control. In addition, there have been increased scarring in the target area. To this extent, the legislator is right to apply strict standards here. Also, the admixture of these chemically dissolved stem cells to the normal fatty tissue (so-called "enhanced fat") has not brought any gain in breast enlargement, only more valuable adipose tissue consumed (according to a prize-winning study by Dr. PELTONIEMI, University of Helsinki).
In contrast, in the 2nd method, the regeneratively active cells (stromal vascular fraction) remain within their niche, consisting of extracellular matrix, providing intercellular communication, and are controlled by this in their further behavior. The adipose tissue is only micronized, but remains essentially retained with approximately 90% of its cells in its composition. The stem cells do not migrate from their niche and behave along natural signals from their surroundings in the target area.

At the Medical Well Clinic Dresden, adipose tissue transfers have been carried out since 2002. Since 2009, we have been working intensively on the fast-growing biotechnological insights and scientific results. This led to the installation of a clean room lab in the operation line in 2012. For nearly 5 years (as of May 2017), we are able to reproduce validated scientific studies in our laboratory and are thus always up-to-date in our daily practical application. Without having to undertake costly examinations and laborious investigations, we know from the scientific literature exactly how the tissue cells to be transferred are composed in numbers. We can observe all factors that lead to a maximal acceptance of the transmitted tissue cells. Permanent volumes (eg, in breast enlargements) of about 70-80% of injected substance are often possible. The present description represents the current standard.

A current research topic is the bacteria-free inflammation reaction, which prevents a better growth of the transferred tissue parts. There are already approaches to solving this problem.
We review the latest scientific literature every month.

In the medium term, women who have little adipose tissue and thus few regenerative cells will be able to achieve an even better volume result by applying a vacuum before and after surgery. This will make the number of women who have previously required a breast implant smaller.

  Stay in contact.

Dr. med. Michael Meinking
Senior physician of the Medical Well Clinic Dresden

Brustvergrößerung mit eigenem Fettgewebe

Bereits im Jahr 1896 hat der deutsche Arzt Dr. NEUBER erfolgreich eigenes Fettgewebe bei einem Patienten an eine andere Körperstelle verpflanzt, wo durch einen Unfall ein Defekt entstanden war. 1910 erschien eine fast 300-seitige Abhandlung über Eigenfett-Transfer von Dr. LEXER. In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde es still um diese Methode. Erst in den siebziger Jahren kam die Übertragung eigenen Fettgewebes in den USA wieder auf und insbesondere die Doktoren SHIFFMAN  und COLEMAN haben sich besonders verdient gemacht. 
In Deutschland ist es wohl Professor N. PALLUA, RWTH Aachen,  der die meisten wissenschaftlichen Arbeiten auf diesem Gebiet veranlasste. 

In Bezug auf den Brustaufbau mit eigenem Fettgewebe gab es bis etwa 2005 mehr Tiefen als Höhen. Erst in den letzten Jahren hat man verstanden, welche Grundbedingungen eingehalten werden müssen, damit das Fettgewebe bei der Entnahme nicht geschädigt und bei den weiteren Verarbeitungsprozessen in seiner Zusammensetzung nicht entscheidend verändert wird. So ist es wichtig, wie das abzusaugende Fettgewebe mit der Betäubungslösung vorbehandelt wird, welche Größe die Perforationen der Saugkanüle haben, welcher Unterdruck bei der Absaugung herrscht und wie schnell sich die Kanüle bewegt. Das Aspirat muss gewaschen werden, um Entzündung vermittelnde Zellen zu reduzieren und das fibröse Gewebe muss sanft, ohne Verletzung der Fettzellen aus dem Fettgewebe entfernt werden. Je nach weiterer Verwendung werden die Fettzellen mechanisch zum Platzen gebracht, damit das Öl ab zentrifugiert werden kann. Alles erfolgt unter äußerst sterilen Bedingungen, was nur im Reinraum-Labor, im laminaren, Hepa gefilterten Luftstrom möglich ist wie es in der Medical Well Clinic Dresden gegeben ist. 

Das Einbringen des Fettgewebes in die Brüste ist schwierig, weil kleinste Fetttröpfchen gleichmäßig verteilt werden müssen. Hier dient uns eine spezielle Maschine, die einerseits der feinen Verteilung des Fettgewebes dient und die Operation zum Wohl der Patientin verkürzt. Wird das Fettgewebe einfach nur injiziert, können Ölzysten entstehen, die ab einer bestimmten Größe immer zu Beschwerden führen. Die hier genannten Arbeitsschritte sind wichtige Bausteine bei dem Prozess der Fettgewebe Gewinnung, der Verarbeitung und der Anwendung. Es gibt noch weitere Faktoren, die beachtet werden müssen.

Bei der Verarbeitung des für eine Weiterverwendung gewonnenen Fettgewebes am gleichen Patienten gibt es einen Trend weg von der enzymatischen, chemischen Trennung der regenerativ wirksamen Zellen aus dem Fettgewebe (1) - hier sind erhebliche regulatorische Hürden zu überwinden - hin zu einer wenig manipulativen, rein physikalischen Aufarbeitung (2).
Bei der 1. Methode läuft man Gefahr, dass die isolierten Stammzellen ihr unkontrolliertes Eigenleben führen und zum Beispiel aus dem eigentlichen Zielbereich auswandern und sich einer weiteren Kontrolle entziehen. Außerdem hat man vermehrt Vernarbungen in der Umgebung des Einbringens festgestellt. Insofern hat der Gesetzgeber gute Argumente, hier strenge Maßstäbe anzulegen. Auch hat die Beimischung dieser chemisch gelösten Stammzellen zum normalen Fettgewebe (sogenanntes „enhanced fat“) bei der Brustvergrößerung keinen Gewinn gebracht, nur wertvolles Fettgewebe verbraucht (sinngemäß zitiert aus einer mit Preisen ausgezeichneten Studie von Frau Dr. PELTONIEMI, Universität Helsinki).
Im Gegensatz dazu bleiben bei der 2. Methode die regenerativ wirksamen Zellen (Stromal Vascular Fraction) innerhalb ihrer Nische, bestehend aus extrazellulärer Matrix mit interzellulärer Kommunikation und werden so in ihrem weiteren Verhalten kontrolliert. Das Fettgewebe wird nur mikronisiert, bleibt aber im Wesentlichen mit ca. 90 % seiner Zellen in seiner Zusammensetzung erhalten. Die Stammzellen werden nicht aus ihrer Nische vertrieben und verhalten sich entlang natürlicher Signale aus ihrer Umgebung im Zielgebiet.

In der Medical Well Clinic Dresden werden seit 2002 regelmäßig Fettgewebe-Transfers durchgeführt. Seit 2009 beschäftigen wir uns intensiv mit den sprunghaft zunehmenden biotechnologischen Grundlagen. Das führte zur Einrichtung eines Reinraum-Labors den Operationstrakt im Jahre 2012. Seit nahezu 5 Jahren (Stand Mai 2017) können wir validierte wissenschaftliche Studien in unserem Labor nachstellen und sind damit in unserer täglichen praktischen Anwendung immer auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung. Ohne selbst kostenintensive und Labor-technisch aufwendige Untersuchungen durchführen zu müssen, wissen wir aus der wissenschaftlichen Literatur doch genau, wie die zu übertragenden Gewebezellen zahlenmäßig zusammengesetzt sind. Wir können alle Faktoren beachten, die zu einer maximalen Annahme der übertragenden Gewebezellen führen. Bleibende Volumina (zB. bei Brustvergrößerungen) von etwa 70-80 % sind häufig möglich. Das bisher Beschriebene stellt den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft dar.

Ein aktuelles Forschungsthema ist die bakterienfreie Entzündungsreaktion, welche ein besseres Anwachsen der übertragenen Gewebeanteile verhindert. Hier gibt es bereits Ansätze zur Lösung des Problems.
Wir überprüfen monatlich die neueste wissenschaftliche Literatur und richten uns danach.

Mittelfristig wird bei Frauen, bei denen wenig Fettgewebe und damit wenige regenerative Zellen zur Verfügung stehen, mit der Anlage eines Unterdruckes vor und nach der Opereration ein noch besseres Volumenergebnis zu erreichen sein. Damit wird die Zahl der Frauen, die bisher ein künstliches Implantat benötigten, kleiner werden.

 Bleiben Sie in Kontakt.

Dr. med. Michael Meinking
leitender Arzt der Medical Well Clinic Dresden